Hafengeschichten Bremischer Seegüterumschlag erstmals über 15 Mill. T

Artikel vom 10. Januar 1961 erschienen im Weser Kurier

Stückgutaufkommen ist beachtlich gewachsen / Aufwärtsentwicklung auch beim reinen Reiseverkehr

Das vorläufige Jahresergebnos im Seegüterumschlag der bremischen Häfen stellt sich für 1960 auf insgesamt 15,131 Mill. t. Damit ist ein neuer Höchststand in der bremischen Hafengeschichte erreicht. Im Vergleich zum Vorjahre, in welchem das Güteraufkommen 14,063 Mill. t umfaßte, wurden 1,068 Mill. t oder fast 8 Prozent mehr umgeschlagen. Dieser Zuwachs verteilt sich auf 692 000 t Stück-/Sackgut und 376 000 t Massengut. Der Güterempfang stieg um 979 800 t auf 8 918 700 t. Hiervon entfielen 5 033 700 t und 3 885 000 t auf Stück-/Sackgut.

Beim Güterversand, der sich auf 6 212 200 t erhöhte, betrug der Zuwachs nur 88 400 t. In dieser Relation überwiegt das Stück-/Sackgut mit 4 446 400 t bei weitem das Massengut mit 1 765 800 t. In beiden Richtungen zusammen wurden 8 331 400 t (i. V. 7 639 800 t) Stück-/Sackgut und 6 799 500 t (6 422 900 t) Massengut umgeschlagen. Das Verhältnis Stückgut zum Massengut hat sich mit 55:45 (54:46) weiter zugunsten des für die Linienschiffahrt wichtigen Stückgutes verschoben.
Der Mehrverkehr fiel ausschließlich in der Hafengruppe Bremen-Stadt an. Einkommend wirkten sich mengenmäßig die stark gestiegenen Erzankünfte aus. Soweit sich das jetzt schon übersehen läßt, haben fernen die Importe von Textilien-Rohstoffen, Papier, Zellulose, Futtermitteln, Holz, Tabak, Eisen/Stahl und NE-Metallen namhafte Zugänge aufzuweisen. Im Güterverkehr waren es vornehmlich die Exporte von Koks, Eisen/Stahl, Maschinen sowie Nahrungs- und Genußmitteln.
Die Hafengruppe Bremerhaven hatte bis Ende September ebenfalls von dem Verkehrsanstieg profitiert. Dann begann sich aber der Ausfall der Rohzuckerimporte (i. V. 32 000t), vor allem der wesentlich geringere Düngemittelexport (minus 70 000 t), auszuwirken. Außerdem sank auch der nichtkommerzielle Güterverkehr erheblich ab.

Der Überseefahrgastverkehr über Bremerhaven ist trotz gesunkener Gesamtverkehrsziffern – Einreise 54 111 (55 892), Ausreise 68 627 (70 686) Personen – positiv zu bewerten, weil der Rückgang ausschließlich beim Reiseverkehr ziviler Angehöriger der ausländische Verteidigungskräfte – 41 395 (49 251) Personen – zu suchen ist. Der echte Reiseverkehr hat mit 73 039 Personen gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 2799 Personen zu verzeichnen. Desgleichen der Auswandererverkehr mit Charterschiffen der ICEM, in dessen Rahmen 8304 (6987) Personen über Bremerhaven reisten.

Größere Massengutankünfte und erhöhter Stückgüterverkehr ließen die Umschlagsziffern im Seegüterverkehr der bremischen Häfen im Dezember auf insgesamt 1,274 Mill. t steigen. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich eine Zunahme von 131 300 t, die sich aus 109 200 t Massengütern und 22 100 t Stückgütern zusammensetzt. Der Güterempfang stieg auf 777 800 (655 200) t und der Versand auf 496 400 (487 700) t.