Die faszinierende Welt der Arktis, schwarzer Ruß und die greenports-Strategie

Schöne Bilder und spannende Diskussion im Klimahaus

Im Frühjahr 2014 bricht die Wissenschaftsjournalistin Bernice Notenboom mit zwei Begleitern auf Skiern vom Nordpol nach Kanada auf. Hundert Kilometer vor der Küste muss das Team die Tour abbrechen. Denn die bislang  für diese Tour geeignete Route ist nun unpassierbar geworden. Das schmelzende Eis der arktischen See beendet die Expedition.

Für Notenboom und Ihre Ko-Autorin, die kanadische Dokumentarfilmemacherin Sarah Robertson ist dies Anlass, sich intensiv mit dem Klimawandel und der Seeschifffahrt auseinanderzusetzen. Der Film „Seablind – the Price of shipping our Stuff“ ist bereits in zahlreichen Hafenstädten und auf internationalen Kongressen gezeigt worden. In dem Spannungsfeld von Naturschönheit und globalisierter Wirtschaft hat Bernice Notenboom einen ästhetisch anspruchsvollen Film gestaltet, der ohne erhobenen Zeigefinger Fragen zur Zukunft der Seeschifffahrt aufwirft.

Am Donnerstagabend, 28. September 2017 waren die Autorinnen mit dem Film auf Einladung der Hafengesellschaft bremenports im Klimahaus in Bremerhaven zu Gast.

„Als Hafengesellschaft stellen wir uns der Verantwortung, unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Hafenentwicklung zu leisten“, so bremenports-Geschäftsführer Robert Howe zu Beginn der Veranstaltung. Mit der greenports-Strategie sei bremenports Vorreiter für zahlreiche andere Hafenstädte. Zugleich nehme das Unternehmen auch international Verantwortung wahr, in dem es zum Beispiel in Kooperation mit der isländischen Regierung einen nachhaltigen Hafen im Nordosten der Insel entwickle.

Doch der erhebliche Beitrag der Seeverkehrswirtschaft am globalen Klimaproblem wird insbesondere in der Schifffahrt deutlich. Schwerpunkt der Diskussion, die vom Verlagsleiter der DVZ, Oliver Detje geleitet wurde, war die Frage, wie es gelingen kann, die Umstellungsprozesse in der Schifffahrt deutlich zu beschleunigen. Bislang lassen die internationalen Richtlinien immer noch zu, dass außerhalb der nationalen Hoheitsgebiete das besonders klimaschädliche Schweröl verwendet werden darf. Wegen der massiven finanziellen Vorteile des Schweröls nimmt dieser Treibstoff in der Schifffahrt nach wie vor eine zentrale Rolle ein, mit negativen Folgen insbesondere für die Arktis.

Unter Beteiligung der Autorinnen wurde in der Diskussion von den Vertretern der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Umweltverbände besonders hervorgehoben, dass die Europäische Union ihrer Verantwortung für umweltverträgliche Seeschifffahrt wesentlich stärker wahrnehmen müsse als bislang. Eine Voraussetzung für mehr Umweltschutz in der Schifffahrt sei es, die entsprechenden Vorgaben wettbewerbsneutral zu verschärfen und die geltenden Regeln deutlich stärker zu überwachen.

Am darauffolgenden Freitag hatten Besucherinnen und Besucher sowohl der Öffentlichkeit als auch des Klimahauses die Chance, den Film während mehrmals stattfindenden Vorstellungen anzuschauen. Im Nachhinein standen Kolleginnen und Kollegen von bremenports zur Verfügung, um über den Film zu diskutieren und Fragen mithilfe von erstellen Plakaten zu beantworten. Die Plakate mit ausführlichen Informationen können hier angesehen werden.

Der Film „Seablind – the Price of Shipping our stuff“ kann hier angesehen werden.