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Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Arctic Commitment Veröffentlicht am 07. März 2018

Die bremischen Häfen unterstützen durch ihren Beitritt ein Verbot zur Nutzung von Schweröl in der arktischen Schifffahrt

Gemeinsam mit mehr als 80 Unternehmen, Organisationen, Politikern, NGOs und Forschern unterstützen die bremischen Häfen eine anspruchsvolle Kampagne, um Schweröl in der arktischen Schifffahrt zu verbieten.

Die bremenports GmbH & Co. KG betreibt die beiden Häfen Bremen und Bremerhaven, die als viertwichtigste Containerhäfen Europas gelten und weltweit auf Platz 16 stehen.

„bremenports ist stolz auf die Unterzeichnung des Arctic Commitment. Schweröl hat in der arktischen Schifffahrt nichts zu suchen. Wir appellieren an andere Häfen, sich uns anzuschließen und die IMO (International Maritime Organization) aufzufordern, die Nutzung von Schweröl in arktischen Gewässern zu verbieten“, so Robert Howe, Geschäftsführer der bremenports GmbH & Co. KG.

„Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element unserer Strategie“, so Howe weiter. „Wir haben zahlreiche Projekte unter der Bezeichnung „greenports“ durchgeführt, von denen einige mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Um die Luftverschmutzung vor Ort zu reduzieren, werden wir in Kürze eine Baggerschute in Betrieb nehmen, die mit Flüssigerdgas betrieben wird. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind zudem zentrale Themen in der Öffentlichkeitsarbeit von bremenports.

Das Arctic Commitment wurde im Januar 2017 auf der Arctic Frontiers Conference von der Clean Arctic Alliance ins Leben gerufen. Diese Koalition, die aus Nichtregierungsorganisationen und dem Kreuzfahrtunternehmen Hurtigruten besteht, hat sich zum Ziel gesetzt, die Gemeinden und Ökosysteme der Arktis vor den Gefahren zu schützen, die durch den Einsatz von Schweröl hervorgerufen werden und fordert die IMO auf, den Transport sowie die Nutzung von Schweröl als Treibstoff für die arktische Schifffahrt zu verbieten. Für die antarktischen Gewässer gilt bereits seit 2011 ein Schwerölverbot.  Während der IMO-Konferenz MEPC71 (71. Konferenz des Marine Environment Protection Committee) im Juli 2017 begrüßte die Clean Arctic Alliance die Initiative der IMO-Mitgliedsstaaten, Maßnahmen zu identifizieren, um die Risiken von Schwerölaustritten einzudämmen.

Die im April stattfindende IMO-Konferenz MEPC72 lässt uns hoffen, dass große Unternehmen aus der Seeschifffartsbranche wie bremenports das Verbot unterstützen werden, Schweröl in arktischen Gewässern zu transportieren und als Schiffskraftstoff zu verwenden. Ein Verbot ist die einfachste und effektivste Art und Weise, Ölaustritte zu minimieren und schädliche Emissionen zu reduzieren“, sagt Dr. Sian Prior, leitende Beraterin der Clean Arctic Alliance. „Wir hoffen, dass andere Häfen dem Beispiel von bremenports folgen und das Arctic Commitment unterschreiben werden, um Verständnis für das Schwerölproblem aufzubauen und die Dynamik zu nutzen, um der Schwerölnutzung in arktischen Gewässern ein Ende zu machen.

ENDE

Über Schweröl
Schweröl ist ein schmutziger und umweltschädlicher fossiler Brennstoff, mit dem Schiffe auf unseren Meeren und Ozeanen angetrieben werden. Rund 75% des derzeit in der Arktis verwendeten Schiffskraftstoffs ist Schweröl; mehr als die Hälfte dieser Schiffe fahren nicht unter der Flagge arktischer Staaten, d.h. es sind Länder, die wenig oder keine Beziehung zur Arktis haben.
Da aber das Meereis schmilzt und die arktischen Gewässer immer besser zugänglich werden, ist mit noch größeren schwerölbetriebenen Schiffen unter nicht-arktischen Flaggen zu rechnen, die auf der Suche nach kürzeren Schiffsrouten in arktische Gewässer vordringen werden. Hinzu kommt eine höhere Anzahl an Schiffen unter arktischer Flagge, die jetzt bisher unzugängliche Ressourcen erreichen und so das Risiko weiter erhöhen, dass Schweröl austritt.
Schweröl wurde in antarktischen Gewässern bereits verboten. Wenn Schweröl in die kälteren Gewässer der Arktis gerät, löst es sich nur langsam auf – mit verheerenden Langzeitfolgen für die dortigen Ökosysteme und Menschen. Im Gegensatz zu alternativen Kraftstoffen wie Destillatkraftstoffen und Flüssigerdgas verursacht Schweröl höhere Emissionen an schädlichen Luftschadstoffen wie Schwefeloxid, Feinstaub und Ruß. Die Emission und Ablagerung von schwarzem Kohlenstoff auf arktischem Schnee oder Eis wirkt sich fünfmal stärker auf die Klimaerwärmung aus als Emissionen in niedrigeren, z.B. tropischen Breitengraden (siehe Infografiken: Responding to Arctic Shipping Oil Spills: Risks and Challenges) und How Can We Reduce Black Carbon Emissions From International Shipping?

The Arctic Commitment
Wir appellieren an Organisationen, sich zu dieser historischen Verpflichtung zu bekennen, um arktische Gemeinden und Ökosysteme vor den Risiken zu schützen, die durch die Nutzung von Schweröl als Schiffskraftstoff entstehen.

Den Wortlaut des Artic Commitment finden Sie hier: Arctic Commitment Webpage

Holger Bruns Pressesprecher

0471 309 01-103

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