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2021/3 | Maritime Wissenschaft

Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in der Schifffahrt

In der kommerziellen Schifffahrt wird die KI in den kommenden Jahrzehnten zu einem radikalen Umbruch führen. Dabei ist das „Smart Ship“ – das vollständig digitalisierte, autonome Schiff ohne Besatzung – eines der großen Ziele. Sicherheit ist ein zweites – denn zwischen 75 und 95 Prozent aller Unfälle auf See sind auf menschliches Versagen zurückzuführen und durch KIs zu einem großen Teil vermeidbar. Durch KI werden zudem Navigation, Energieverbrauch und Cyber Security effizienter.

Als Beispiele für autonome Schifffahrt können bereits einige Projekte dienen:

Bisher befindet sich die autonome Schifffahrt noch in den Kinderschuhen und wird noch 20-25 Jahre auf sich warten lassen. Die Betriebsdauern von Schiffen sind lang, deshalb brauchen neue Systeme einige Zeit, bis sie sich durchsetzen können. Der Weg der KI beginnt eher mit kleinen Schritten.

Viele Unternehmen und Projekte beschäftigen sich daher mit Teilautonomisierung, Assistenzsystemen und Nischenlösungen. Assistenzsysteme werden dringend benötigt, um der wachsenden Komplexität Herr zu werden. Kapitäninnen und Kapitäne begrüßen diese Hilfen. So eine wäre beispielsweise ein Kollisionspräventionssystem, das Zusammenstöße zwischen Schiffen in küstennahen Umgebungen selbsttätig verhindert und gerade in der Entwicklung ist. Auch die Systeme selbst können durch KIs profitieren. Cyberattacken können Schiffe, Prozesse und ganze Logistikketten lahmlegen. Sicherheitssysteme können hier den digitalen Datenstrom überwachen und bei Unregelmäßigkeiten schnell reagieren.

Eine der „low-hanging-fruits“ im KI-Bereich, weshalb diese auch bereits hohe Beliebtheit in der Schifffahrt findet, ist die Optimierung von Routen, da hier hochqualitative Daten in großer Menge vorliegen und kaum neue Technik benötigt wird. Viele der KI-Projekte haben optimierte Routen und Prozesse als Ziel – womit sich automatisch ein geringerer Treibstoffverbrauch ergibt. Darüber hinaus ist aber die Energieeffizienz auch selbst Teil von KI-Projekten.

Foto: ©BLG

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