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Ausgezeichnete Nordschleuse

Das war noch richtige Handarbeit: Im Mai 1914 begannen die Bauarbeiten an der Nordschleuse. Und am 1. August 1931 startete der Betrieb. Seitdem ist die Nordschleuse das verlässliche Tor zum Nord- und zum Kaiserhafen. Tausende Schiffe passieren Jahr für Jahr das 372 Meter lange und 60 Meter breite Bauwerk, nach wie vor eine der größten Schleusen der Welt.

90 Jahre später erhält die Nordschleuse einen späten Ritterschlag für die Baukunst, die sich hier in und unter Wasser verbirgt. Die deutsche Ingenieurkammer hat die Schleuse im Frühjahr zum „historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ erklärt. Gefeiert werden sollte eigentlich bereits im vergangenen Jahr. Nun hoffen die Beteiligten, dass es im Mai des kommenden Jahres eine angemessene Würdigung dieses Bauwerks geben kann.

Mehr als 1000 Menschen arbeiteten zeitweise an der Schleuse 26 000 Holzbohlen und 17 000 Stahlbohlen wurden verarbeitet und 245 000 Kubikmeter Beton gegossen. Und das hält. Bis heute. Ohne größere Ausfälle öffnet die Nordschleuse zuverlässig und jederzeit ihre Tore.

Dabei war der Bau der seinerzeit größten Schleuse der Welt alles andere als einfach. Der Bau musste von 1916 bis 1927 wegen erheblicher bautechnischer Schwierigkeit unterbrochen werden. Erst dem jungen Baurat Arnold Agatz, der an vielen Stellen in Überseehafen Spuren und bleibende Werte hinterlassen hat, gelang es mit einer Veränderung der Konstruktion die Schwierigkeit zu überwinden, die vom hartnäckigen Lauenburger Urtons im Untergrund ausgingen.

Von da an dauerte es noch vier Jahre, um die Senatspläne von 1914 zu realisieren und ein Ensemble aus Nordschleuse, Drehbrücke, Nordhafen und Kaiserhafen zu realisieren. Was seinerzeit vor allem zur Abfertigung der Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyds gedacht war, ist heute die Basis für den Umschlag von Millionen Autos.