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Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Billerbeck umfassend renaturiert Veröffentlicht am 22. Juli 2021

bremenports realisiert Ausgleichsmaßnahme am Lunenebenarm

Beste Lebensbedingungen für Flora und Fauna in einem mäandernden Bachlauf statt eines artenarmen, weitgehend kanalisierten Gewässers: Dies war das Ziel einer Ausgleichsmaßnahme, die die Hafenmanagementgesellschaft bremenports am Mittel- und Oberlauf der Billerbeck durchgeführt hat und die jetzt mit einer kleinen Feier der an der Maßnahme beteiligten Organisationen und Firmen offiziell beendet worden ist.


Die Billerbeck ist ein linkes Nebengewässer der Lune. Ihre Lauflänge beträgt insgesamt rd. 11 km und das Einzugsgebiet umfasst insgesamt 41,33 km² und befindet sich in den Landkreisen Osterholz und Cuxhaven, auf Flächen der Gemeinden Axstedt, Holste (Ortschaft Oldendorf) und Beverstedt (Ortschaft Bokel). Das Gebiet steht als FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet unter besonderem Naturschutz.
Zusammen mit dem Unterhaltungsverband Lune wurde für die Billerbeck ein ergänzendes Maßnahmenkonzept für die verfügbaren Flurstücke entlang der rund 5 km langen Fließstrecke der Billerbeck, zwischen den Eisenbahnunterquerungen südlich von Stubben und nordöstlich von Axstedt, aufgestellt.


An der Billerbeck wurde seit Juli 2019 eine umfassende Renaturierung realisiert, die sowohl das aquatische System des Gewässers an sich als auch Maßnahmen in den angrenzenden Bereichen umfasst. In der Gesamtplanung sind außerdem Maßnahmen zur Umgestaltung des Stubbengrabens und des Oldendorfer Baches sowie im Großen Moor enthalten.
Auf einer Länge von 2850 Metern wurde die Billerbeck in einen mäandrierenden Verlauf verlegt. Um das Gewässer zu lenken, wurden 30 Grundschwellen und Totholz eingebaut. In den Randbereichen entstanden sieben Stillgewässer und 25 Blänken. Überschüssiger Oberboden aus dem Gewässerbereich wurde zur Verbesserung der Bodenstruktur auf Ackerflächen aufgebracht. Torfhaltige und lehmhaltige Böden sind bei einem nahegelegenen Moor verwendet worden, um dort die Entwicklung zu fördern. Im Zuge der Baumaßnahme wurden rd. 30.000 m³ Boden bewegt. Aus einem einförmigen und gradlinigen Gewässer entstand so ein naturnaher Bachlauf mit großem Strukurreichtum.


Die flächigen Auebereiche, die an die Billerbeck angrenzen, werden zu hochwertigen Grünland-, bzw. Gehölzlebensräumen entwickelt. Direkt neben dem Bachlauf entstanden nährstoffarme Sukzessionsbereiche, in denen auf Dauer eine natürliche Entwicklung zugelassen wird.
Durch die Maßnahmen direkt an der Billerbeck wird die Eignung dieses Baches als Lebensraum für Pflanzen und Tiere optimiert. Bei den Fischen ist mit einer Zunahme der Artenvielfalt und Besatzdichte, z.B. mit einer deutlichen Bestandsverbesserung bei den geschützten Neunaugen, zu rechnen. Außerdem werden die Voraussetzungen für die mögliche Ansiedlung von Meerforellen geschaffen. Bei der beabsichtigten Verbesserung des Fischbestandes ist mit der vermehrten Ansiedlung des Eisvogels zu rechnen und auch der Fischotter wird zukünftig an der Billerbeck sehr gute Lebensraumbedingungen vorfinden. Ebenso wurden die Lebensbedingungen für die geschützte FFH-Art Teichfledermaus sowie für die Vogelarten Bekassine und Waldwasserläufer verbessert.


bremenports-Geschäftsführer Robert Howe bewertete die Renaturierung der Billerbeck als wichtigen Beitrag, um die erforderlichen Kompensationen bei hafenbezogenen Eingriffen nachweisen zu können. „Mit unseren Ausgleichsmaßnahmen wollen wir hohe Standards setzen. Unser Anspruch ist, dass Hafenentwicklung und Naturschutz Hand in Hand gehen. So schaffen wir Planungssicherheit für Hafenprojekte und sorgen dafür, dass ein wichtiger Naturraum sich vielfältig weiterentwickelt.“

Die Bauarbeiten, die von der ARGE Schlichtmann und Grube umgesetzt wurden, verliefen zur vollsten Zufriedenheit von bremenports und in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden und Gemeinden sowie den betroffenen Eigentümern und Pächtern. Der vorgesehene Kostenrahmen wurde eingehalten.