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2021/3 | Aus dem Archiv

Die Geschichte der Seute Deern

Das hölzerne „süße Mädchen“ ist stolze 100 Jahre alt geworden, bevor es sich für immer verabschiedete. In dieser Zeit hat die Seute Deern so einige Stationen und Besitzer erlebt. Bereits mit ihrem Bau 1919 in Mississippi wurde sie zu einem besonderen hölzernen Großsegler im Zeitalter stählerner Dampfschiffe.

Getauft wurde sie Seute Deern auf den Namen „Elizabeth Bandi“. Zu Anfang musste das Schiff fast nach jeder Fahrt repariert werden und ständig wurde Wasser aus dem Rumpf gepumpt. 19 Jahre später lässt der Hamburger Reeder John T. Essberger das Segelschiff zu einem Dreimastbark umbauen, die während der NS-Zeit als Schulungsschiff für Seeleute seiner Tankschiffflotte diente. In dieser Zeit erhält das Schiff auch seine charakteristische Galionsfigur, die ihm den Namen „Seute Deern“ (plattdeutsch für süßes Mädchen) gibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die 75 Meter lange Bark unter anderem als Hotel- und Restaurantschiff. Aufgrund der ausgemauerten Zimmer war sie nicht mehr zur Fahrt geeignet.

1954 wird die Bark ins niederländische Delfzijl verkauft, 1964 nach Emden. Dort wird es zum Gastronomieschiff umgebaut. Vier Jahre später erhält die Seute Deern in Bremerhavens Altem Hafen einen neuen Liegeplatz. Erst befindet sie sich im alleinigen Besitz der Gastronomen, später im Besitz der Stadt Bremerhaven. Kurz nach der Gründung des Deutschen Schifffahrtsmuseums 1972, schenkt die Stadt die „Seute Deern“ der neuen Institution.

2019 feiert das Schiff sein 100-jähriges Jubiläum. Doch bereits im Februar kommt es im Restaurantbereich zu einem Schwelbrand, der der Bark weiter zusetzt. Im Mai bewilligen das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven 1,4 Millionen Euro, die für die Prüfung verschiedener Sanierungsvarianten eingesetzt werden sollen. Im August folgt dann die nächste Katastrophe: Eine ausgefallene Lenzpumpe führt zu einem massiven Wassereinbruch, wodurch die Bark etwa zwei Meter tief absackt. Die einzig verbleibende Option ist das Abwracken.

Das Segelschiff nimmt bei vielen Bremerhavenern einen Platz im Herzen ein und wurde oft als Wahrzeichen der Hafenstadt bezeichnet: Die ganze Geschichte der Seute Deern gibt es hier…

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