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2022/1 | Aus dem Archiv

Die Lloydhalle

Die am 20. September 1897 eingeweihte Lloydhalle steht im engen Zusammenhang mit dem Bau der Kaiserhäfen I-III, vor allem aber mit den angrenzenden Kaiserschleusen, die gleichzeitig fertiggestellt wurden.

Dieses beeindruckende technische Bauwerk machte die Bremerhavener Häfen für die damals größten Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd (NDL) wieder benutzbar und führte dazu, dass die bremische Großreederei die seit 1890 vorgenommene Abfertigung im gegenüberliegenden Nordenham aufgab und sich wieder voll und ganz auf Einrichtungen auf der rechten Weserseite stützen konnte. So ergab sich auch entsprechender Kapazitätsbedarf bei der Passagierabfertigung und führte zur Errichtung der Lloydhalle im Deichvorland an der westlichen Kaje zum Vorhafen der Kaiserschleuse. Eine ältere Halle an der südlichen Westkaje im Neuen Hafen (1869/70), war damit endgültig veraltet geworden.

Die neue Lloydhalle, entworfen von dem Geestemünder Architekten und Bauunternehmer Bernhard Scheller, verfügt über mehrere Wartesäle, eine Zollabfertigungs- und Gepäckhalle, eine Telegraphenstation sowie einen überdachten Bahnsteig. Diese Einrichtung war allerdings für die oberen Kajütenklassen gedacht, die anschließend mit Tendern zu den Passagierdampfern gebracht wurden, welche abfahrbereit auf der Reede ankerten. Die Auswanderer im Zwischendeck waren in der Regel bereits im Kaiserhafen III an Bord gekommen. Die Inbetriebnahme des Columbusbahnhofs an der günstig gelegenen Stromkaje (1928) ließ die Lloydhalle endgültig in den Schatten dieser wesentlich moderneren Einrichtung geraten. 1944 fiel das Bauwerk den Bomben zum Opfer.

Der Name Lloyd                                                                   

Edward Lloyd war Ende des 17. Jahrhunderts ein Londoner Kaffeehausbesitzer, bei dem die Schiffsinteressenten verkehrten. Aus diesem Grund wurden Versicherungen, Reedereiunternehmen etc. mit dem Namen LLOYD versehen. Da England die führende See-Nation war und das Kaffeehaus als Verkehrsort der feineren Herren galt, fand der Name auch außerhalb von Großbritannien Verwendung. Bereits damals stand der Begriff LLOYD weltweit für Seriosität und noch heute profitieren Versicherungen, Handelsunternehmen und Reedereien von diesem Namen.

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