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2021/6 | Im Interview

Drei Fragen an

Daniel Hosseus

Hauptgeschäftsführer des ZDS Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e. V.

„Der Koalitionsvertrag setzt definitiv einige gute Impulse für die Hafenwirtschaft.“

Die neue Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag auf 170 Seiten ein umfangreiches Programm vorgelegt. Finden Sie im Koalitionsvertrag der Ampel die Interessen der Seehafenbetriebe ausreichend berücksichtigt?

Der Koalitionsvertrag setzt definitiv einige gute Impulse für die Hafenwirtschaft. Zum einen sollen die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur steigen und auch die Hinterlandanbindungen gestärkt werden. Zum anderen soll es eine Nationale Hafenstrategie und eine Weiterentwicklung des Erhebungsverfahrens zur Einfuhrumsatzsteuer geben. Das stimmt uns positiv. Wir werden die Arbeit der neuen Regierung bei Hafenthemen natürlich eng begleiten.

Wo sieht der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe in den kommenden vier Jahren einen besonderen Handlungsbedarf?

Für das Vorantreiben der Energiewende in den Häfen und für die Digitalisierung müssen viele Investitionen getätigt werden. Die Seehafenbetriebe benötigen hier Unterstützung von der öffentlichen Hand. Außerdem treibt uns neben dem notwendigen weiteren Ausbau der Infrastruktur – inklusive der digitalen – auch das raue Wettbewerbsumfeld um. Die Hafenwirtschaft braucht faire Wettbewerbsbedingungen. Sowohl im Wettbewerb zwischen schiffsbasierten und landbasierten Logistikunternehmen als auch im Wettbewerb zwischen Hafenstandorten muss es einen für alle Marktteilnehmer fairen Rahmen geben, der von der Politik abgesteckt wird.

Ein politischer Schwerpunkt der kommenden Jahre wird der Kampf gegen den Klimawandel sein. Welchen Beitrag können die Seehäfen zum Gelingen einer erfolgreichen Energiewende leisten?

Häfen sind Energiedrehscheiben. Energie wird hier umgeschlagen, produziert und verwendet. Umweltfreundliche Energieträger wie grünen Wasserstoff und seine Derivate können wir nicht in ausreichenden Mengen in Deutschland produzieren. Diese Energieträger werden wir zukünftig importieren müssen – auch über die Häfen. Sie werden also ihre aktuell schon wichtige Rolle bei der Versorgung von Wirtschaft und Verbrauchern mit Energie noch ausbauen.

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