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Im Interview

Drei Fragen an den Präsidenten des Senats, Bürgermeister Carsten Sieling

Herr Bürgermeister, Sie haben die Breakbulk Bremen eröffnet. Wie war Ihr Eindruck von der Veranstaltung?

Großartig. Nicht nur, dass es gelungen ist, Bremen als hervorragende Messe- und Hafenstadt zu präsentieren. Genauso bedeutend war es für mich, dass die überwiegend mittelständisch geprägte bremische Hafenwirtschaft die Gelegenheit genutzt hat, mit ihrer Kompetenz für den Standort zu werben. Auf dem von bremenports organisierten Messestand ging es zu wie in einem Bienenstock. Da war viel Leidenschaft und Engagement sichtbar. Wir werden ja im kommenden Jahr eine weitere Chance haben, die Messe in Bremen zu veranstalten, Vielleicht können wir diese Chance nutzen, auch der bremischen Bevölkerung das Thema Hafen noch näher zu bringen. Denn Hafen ist ja nicht nur Ausgangspunkt der bremischen Selbständigkeit, sondern zugleich ein zentrales wirtschaftliches Zukunftsthema.

 

Was kann der Senat dazu beitragen, dass diese Zukunft gelingt?

Der Erfolg der großen Häfen, wie es Bremen und Bremerhaven gemeinsam sind, hängt wesentlich von den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Und da können die nationalistischen Tendenzen und der Protektionismus natürlich den Welthandel in Mitleidenschaft ziehen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit der Entwicklung der Infrastruktur unseren Teil dazu beitragen, dass unsere Häfen konkurrenzfähig am Markt agieren. Und dieser Verpflichtung stellen wir uns. Wir bauen eine neue Kaje im Kaiserhafen, wir haben beschlossen, in das Thema Kreuzfahrt zu investieren und die Columbuskaje neu zu bauen. Wir haben die Eisenbahnkapazitäten deutlich ausgeweitet und wir werden mit dem Hafentunnel auch die Verkehrssituation im Hafen deutlich verbessern. Das sind alles dicke Bretter, die unabhängig von der weltwirtschaftlichen Entwicklung gebohrt werden müssen.

 

Neben den Investitionsprojekten, was sind auf mittlere Sicht die Themen, mit denen sich Hafenentwicklung auseinandersetzen muss? 

Besondere Herausforderungen wird es sicherlich durch die Digitalisierung geben. Wir müssen die technologische Entwicklung nutzen, um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen dabei aber die sozialen Aspekte der Hafenarbeit beachten. Die Häfen müssen einen wichtigen Beitrag leisten, um die Transportketten umweltfreundlicher zu gestalten. Hier haben wir mit der greenports-Strategie sehr gute Voraussetzungen. Und hier setze ich darauf, dass es bremenports gelingt, gemeinsam mit den anderen Wirtschaftsakteuren und der Wissenschaft konsequent an der Vision eines emissionsfreien Hafens zu arbeiten.