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Im Interview

Drei Fragen an den Projektleiter vom CT 4, Christian Hein

„Wir haben einen guten Hafen gebaut“

Wie schafft man es, ein Bauprojekt schneller als geplant und wesentlich günstiger als kalkuliert zu realisieren?

Das Projekt CT 4 war von Anfang an sehr solide kalkuliert worden. Und es gab zu dieser Zeit einen hohen Wettbewerbsdruck in der Bauindustrie und niedrige Stahlpreise. All dies hat letztendlich dazu beigetragen, dass dieses Projekt finanziell erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Dass wir schneller fertig geworden sind als geplant, lag in erster Linie am gewählten Geräteset und dem Einbringverfahren bei den Rammarbeiten. Durch die Umstellung auf das Vibrieren der Tragbohlen haben wir fast die 9 Monate herausgeholt, die wir am Ende schneller fertig waren. Und wir hatten auch Glück. Die Winter waren mild und Sturmfluten sind ausgeblieben.

 

1700 Meter Kaje bauen, dazu 90 Hektar neue Fläche entwickeln: Das kann nicht ohne Probleme gehen. Was waren denn die kritischsten Situationen beim Bau des CT 4?

Auch wenn das Projekt sehr erfolgreich war, hatten wir auf der Baustelle einige kritische Situationen. Wir hatten im Bauzustand Kolkprobleme durch zu hohe Strömung und mussten Wasserbausteine zur Stabilisierung verklappen. Wir hatten auch Setzungsprobleme mit den Fendertafeln. Das größte Problem waren schlechte Ergebnisse bei der Wasserrammung der Tragbohlen. Das ging über 150 Meter Terminallänge so, und keiner wusste so Recht, warum die Ergebnisse so schlecht waren. Das kostete Nerven und Geld, aber am Ende wurde eine technische Lösung gefunden. Die Rammwerte wurden durch eine Aufstockung und anschließende Nachrammung der Pfähle wieder zufriedenstellend. Am Ende haben wir einen richtig guten Hafen gebaut.

 

Was lernt man für sich, wenn man dafür zuständig ist, ein solches Riesenprojekt zu managen?

Eigentlich nicht mehr, als bei einem kleinen oder mittleren Projekt auch, denn der CT 4 war ja eine klassische Linienbaustelle. Aber natürlich spürt man aufgrund der hohen Bausummen und der Bedeutung des Projektes für den Hafen eine besondere Verantwortung.
Was ich allerdings in der Nachbetrachtung mitgenommen habe, ist, dass ich es genossen habe, ein solches Projekt begleiten zu dürfen. Es hat einfach Spaß gemacht, mit vielen Kolleginnen und Kollegen eine gute Zeit in einem spannenden Projekt zu haben.

 

Bauingenieur Christian Hein war sowohl bei CT 3a als auch beim CT 4 für bremenports Leiter der Baumaßnahme. Heute ist Christian Hein als Abteilungsleiter für die Hafenentwicklung zuständig.