x
Im Interview

Drei Fragen an die Neuen Repräsentanten Hartwig Weidt und Christoph Kernen

Die bremischen Häfen verstärken ihre Lobbyarbeit im Westen und im Süden der Republik. Künftig sind Hartwig Weidt in Nordrhein-Westfalen und Christoph Kernen im Südwesten als Repräsentant der Bremischen Häfen unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, Kontakt zu den Verladern, Bahnoperatoren, Verbänden sowie Terminals zu halten, Vorträge an Berufsschulen sowie anderen Bildungseinrichtungen zu halten, an Diskussionsrunden in der Region teilzunehmen und bremenports bei der Organisation von Kundenveranstaltungen zu unterstützen.
Ziel ist es, damit einen Beitrag zu leisten, neue Ladungsströme für die Häfen zu generieren, die derzeitigen Ladungsströme abzusichern, die Aktivitäten der anderen Häfen zu beobachten und damit neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Warum ist gerade Baden-Württemberg / NRW ein wichtiger Markt für die Bremischen Häfen?

W: Nordrhein-Westfalen ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 705 Milliarden Euro das wirtschaftlich stärkste Bundesland der Bundesrepublik. Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt es im internationalen Vergleich damit vor der Schweiz, Schweden, Polen und Belgien.
In meiner Heimatregion Südwestfalen gibt es alleine 166 Weltmarktführer. Keine Region in Deutschland weist eine derartige Dichte an exportorientierten Hidden Champions auf. Bei uns insbesondere im Maschinenbau, in der Metall- und Kunststoffverarbeitung und als Zulieferer für die Automobilindustrie. Auch das zusätzlich starke 3-Ländereck NRW-Hessen-Rheinland-Pfalz ist hoch interessant.
Und die geografische Nähe zu Bremen und Bremerhaven spielt natürlich auch logistisch eine entscheidende Rolle, weil zu dieser hochleistungsfähigen Wirtschaft auch infrastrukturell hervorragende Rahmenbedingungen gehören.

K: In Baden-Württemberg gibt es eine sehr bedeutende Industrie mit den Schwerpunkten Automobil- und Maschinenbau, die einen hohen Überseeanteil sowohl im Import, als auch Export hat. Traditionell ist der KFZ-Bereich sehr gut an die Bremischen Häfen angebunden und kann die Grundlast bei den Vor- und Nachläufen bieten. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat hohe Ansprüche an Qualität bei ihren Produkten und erwartet diese auch bei seinen Partnern. Diese Qualitätsansprüche können durch Bremen sehr gut erfüllt werden, wenn es gelingt, gleichzeitig eine vertrauensvolle und offene Partnerschaft aufzubauen.

Wie werden die bremischen Häfen  vor Ort wahrgenommen? Welche Chancen sehen Sie für die Zukunft?
W: Die Bremischen Häfen werden leider in NRW viel zu wenig wahrgenommen. Angeben passt halt nicht zum Bremer Selbstverständnis. Das macht sie mir aber auch sehr sympathisch. Mit ihrer extremen Innovationskraft und einer Ausrichtung zu hervorragender Nachhaltigkeit sind sie die produktivsten Häfen in Europa.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass den Kunden hier mit exzellenten Dienstleistern viel Geld, Zeit, Transporte und Arbeit erspart und manche Projekte überhaupt erst durch innovative und außergewöhnliche Schiffsrouten realisiert werden können.
Vor diesem Hintergrund sehe ich für die Bremischen Häfen, eine wirklich sehr gute und überaus positive Zukunft.
K: Aktuell ist die Wahrnehmung unserer Häfen in Baden-Württemberg nicht mehr so intensiv wie in der Vergangenheit. Durch die fehlende Marktbetreuung Bremens in den vergangenen Jahren sind die Häfen Hamburg und Rotterdam wesentlich präsenter. Mittelfristig kann hier aber wieder Boden gut gemacht werden, wenn durch eine aktivere Marktbetreuung auch die Wertschätzung Bremens für das Wirtschaftsgebiet im Südwestdeutschland gezeigt wird.

Welche Möglichkeiten bieten Sie der bremischen Hafenwirtschaft, deren Aktivitäten vor Ort zu unterstützen?
W: Logistik verändert sich stetig und damit auch die Anforderungen. Ich bin durch unseren Familienbetrieb praktisch in der Transport- und Logistikbranche aufgewachsen. Später war ich dort geschäftsführender Gesellschafter und  als Berater bzw. Interimsmanager in unterschiedlichen Branchen wie der Windkraftindustrie tätig. Die ehrenamtliche Tätigkeit in Verbänden und Kammern war für mich dabei immer selbstverständlich.
Durch diese Verbindungen möchte ich bei viele Gelegenheiten immer wieder die Leistungsfähigkeit, die Innovationskraft und die schnelle Umsetzung auch von außergewöhnlichen Lösungen vonseiten des Hafenmanagements und der ansässigen Firmen herausstellen; aber natürlich auch Augen und Ohren offenhalten, um wichtige Veränderungen, Probleme und Forderungen in meinem Repräsentanzgebiet zu erkennen, aufzunehmen und weiterzuleiten.

K: Ich werde meine Netzwerke und meine Person im Markt für den Standort Bremen einbringen. Durch Kontakte mit den IHK, meine Vorlesungen und Vorträge in der Erwachsenenbildung sowie  meine Aktivitäten beim BVL ist eine breite Basis für die Unterstützung der Seehafenverkehrswirtschaft vorhanden. Durch meine langjährige Erfahrung bei der Bremischen Hafenvertretung von 1991 bis 2007 sollte eine erfolgreiche Unterstützung für die Partner der Seehafenverkehrswirtschaft Bremens möglich sein.