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Im Interview

Drei Fragen an Dieter Kanning (Vorsitzender) und Heiner Heseler (Geschäftsführer der Initiative Stadtbremische Häfen)

Dieter Kanning (links) und Heiner Heseler (rechts)

Corona zeigt auch im Hafen deutliche Folgen. Wie ist die mittelständische Hafenwirtschaft in Bremen bislang durch die Krise gekommen?

Die Mitgliedsfirmen der ISH, Hafen-und Speditionsunternehmen im Holz- und Fabrikenhafen und im Industriehafen, haben die Corona-Krise bisher vergleichsweise gut überstanden. Nur wenige Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet. Zu Entlassungen kam es so gut wie gar nicht. Auch unter den erschwerten Bedingungen sind Produktion und Umschlag weitergelaufen.

Der Konjunkturabschwung scheint allgegenwärtig. Was macht die ISH-Unternehmen ein Stück weit krisenfester als andere Unternehmen?

Zum einen die Branchenstruktur: Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Getreide, Proteine oder Futtermittel finden auch in einer solchen Krise ihren Absatz. Gleiches gilt im Industriehafen für die Mineralölwirtschaft, die Containerdienstleistungen und das Recycling.
Die stadtbremischen Hafenareale als südlichster deutscher Seehafen sind auch unter Coronabedingungen ein wichtiger und leistungsfähiger Standort. Eine weitere Stärke ist,  dass die privaten mittelständischen Hafenfirmen sich schnell und flexibel den veränderten Marktbedingungen angepasst haben.
In den vergangen Jahren wurde stark in die Modernisierung investiert. Dadurch sind die Unternehmen wettbewerbsfähig und krisenfest. All dies hat dazu geführt, dass starke Einbrüche vermieden worden sind.

Welche Perspektiven gibt es mittelfristig für die Betriebe in den traditionellen Hafengebieten der Stadt Bremen? Wie sieht das ideale Konjunkturprogramm aus Sicht der ISH aus?

Der Ausbau der Hafen- und Verkehrsinfrastruktur ist eine wichtige Aufgabe für den Staat. Dann folgen auch die privaten Investitionen. Weitere Ertüchtigung der Kajen, Vertiefung von Hafenbecken, Verbesserung der Hafenbahn und damit die Generierung neuer Güterverkehre auf der Schiene sind wichtige hafenbezogene Infrastrukturmaßnahmen mit denen der Senat und bremenports die Wettbewerbsfähigkeit der stadtbremischen Häfen weiter stärken können. Die Vorschläge sind ausgearbeitet und können schnell umgesetzt werden.