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2021/3 | Im Interview

Drei Fragen an

Dr. Claudia Schilling

Senatorin für Wissenschaft und Häfen

„Wir müssen die bremischen Häfen modernisieren, sie effizienter, schneller, vernetzter und kundenfreundlicher machen. Damit generieren wir neues Wachstum und sichern dauerhaft gute Beschäftigung.“

Frau Senatorin, wozu braucht Bremen eine neues Hafenentwicklungskonzept?

Das alte Hafenkonzept ist etwas in die Jahre gekommen, es war gut, aber nun ist es an der Zeit es zu überarbeiten und an neue Entwicklungen in den Häfen anzupassen. Und genau das haben wir vor.

Wir wollen und wir müssen uns ganz grundsätzlich mit den Entwicklungsperspektiven unserer Häfen auseinandersetzen, denn die Veränderungen in der internationalen Schifffahrt und in den Märkten, die den Takt für die Hafenentwicklungen weltweit vorgeben, sind wirklich rasant. Unsere Wettbewerber haben Marktanteile hinzu gewonnen, in unseren Häfen konnten wir leider nur stagnierende Entwicklungen beobachten. Wir brauchen also einen klaren Plan für die Zukunft, gemeinsam mit den Hafenunternehmen müssen wir den entwickeln.

First an foremost: Wir müssen die bremischen Häfen modernisieren, sie effizienter, schneller, vernetzter und kundenfreundlicher machen. Damit generieren wir neues Wachstum und sichern dauerhaft gute Beschäftigung.  

Welche neuen Botschaften soll dieser Hafenentwicklungsplan setzen?

Digitalisierung und noch mal Digitalisierung. Unter der Überschrift „smart port“ sollen Ideen gesammelt und neue Projekte angestoßen werden. Wir brauchen eine engere und eben auch digitale Zusammenarbeit. Wenn wir zum Beispiel an die modernen internationalen Transportketten denken ist klar, dass die Zukunft datengestützte Logistik sein wird.

Und unsere Häfen sollten noch grüner werden. Es gibt da schon gute Ansätze.

Also: Die bestehende Infrastruktur unserer Häfen sichern und neue Chancen zum Beispiel im Kontext der Energie- und Mobilitätswende aufgreifen, Arbeitsplätze halten und moderne Arbeitsplätze generieren.  

bremenports soll in Ihrem Auftrag bis zum Sommer des kommenden Jahres ein solches Papier erarbeiten. Welche Möglichkeiten haben hafennahe Organisationen sich in diesen Prozess einzubringen?

Die Beteiligung und Einbindung der Hafen- und Logistikwirtschaft ist für mich das A und O in dem Prozess, denn die Erarbeitung einer Zukunftsperspektive für die Häfen ist eine Teamleistung. Eine gute Infrastruktur für sich genommen hat keinen Wert, wenn diese nicht auf Spitzenniveau bespielt wird und im Umkehrschluss können die besten Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Unternehmen keine Spitzenleistung bringen, wenn Anbindungen, Wassertiefen oder die Tragfähigkeit der Kajen nicht den Anforderungen entsprechen. Die verschiedenen Ansprüche und Erwartungen zusammen zu bringen, den Teamgedanken voranzustellen, das wird eine wesentliche Aufgabe von bremenports in diesem Prozess sein.

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