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2021/2 | Im Interview

Drei Fragen an

Robert Howe

Geschäftsführer der bremenports GmbH & Co. KG

„Wir haben herausfordernde Zeiten vor uns.“

Am Gründonnerstag gegen 17.00 Uhr ist ein Stahlträger der Drehbrücke Nordschleuse gerissen. Daraufhin musste die Brücke kurzfristig abgerissen werden. Warum diese Eile?

Es gab mehrere Gründe. Erstens wurde mit dem Riss am Obergurt auch zugleich die komplette Tragsicherheit des Stahlfachwerks zerstört. Deshalb war ein Abbruch zwingend erforderlich. Und schnell musste es gehen, weil wir als oberstes Ziel haben, eine durchgängige wasserseitige Erreichbarkeit des Hafens zu garantieren. Dazu muss der Verbindungskanal zwischen dem Nordhafen und dem Kaiserhafen passierbar sein. Und diese Passage wurde von der zerstörten Drehbrücke blockiert.

Nur 10 Tage später konnte bremenports die Brücke dann zur ABC-Insel bringen. Wie konnte dies so schnell gelingen?

Das war schon eine großartige Leistung der Kolleg_innen, die da rund um die Uhr im Einsatz waren um diese Großaktion vorzubereiten. Das war keine Einzelleistung von bremenports. Das war ein Beweis für die Leistungsfähigkeit unseres Hafens insgesamt. Die Kooperation mit BVT und BLG bei der Planung und der Durchführung war hervorragend. Der Hafenkapitän hat sich intensiv eingebracht. Da wurde Hand in Hand an dem gemeinsamen Ziel gearbeitet, schnellstmöglich eine schwierige Lage in den Griff zu bekommen. Und ich bin erleichtert und dankbar, dass dies fürs Erste so gut gelungen ist. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Die Folgen der Havarie werden uns noch lange beschäftigen.

Die Straßen und Schienenverbindung zur Columbusinsel sind auf lange Zeit zerstört. Was sind da die nächsten Aufgaben?

Es sind mehrere Dinge parallel zu erledigen. Die alte Brücke muss auf ordnungsgemäße und umweltverträgliche Weise auseinandergenommen und entsorgt werden. Parallel sind die vorliegenden ersten Planungsüberlegungen zur Zukunft der Columbusinsel sehr schnell voranzutreiben und dann den politischen Gremien vorzulegen. Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen hat uns gebeten, dies bis zur Sommerpause zu erledigen. Die Entwicklungsperspektiven sind dann die Basis für eine Machbarkeitsstudie einer neuen Brückenquerung. Dann kann auch entschieden werden, ob hier wieder mit einer Eisenbahnanbindung oder nur für den Straßenverkehr gebaut werden soll. Und kurzfristig werden wir auch untersuchen, ob es möglich ist, eine Behelfsbrücke für den Straßenverkehr zu errichten. Das würde den Unternehmen auf der Insel schon sehr helfen. Last but not least müssen wir mit diesen Unternehmen nach Lösungen suchen, damit diese ihre Geschäfte weiterführen können. Wir haben gemeinsam herausfordernde Zeiten vor uns.

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