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Im Interview

Drei Fragen an Senator Martin Günthner

Herr Senator, Sie haben bremenports beauftragt, ein Marketingkonzept für den Hafen- und Logistikstandort Bremen und Bremerhaven zu entwickeln. Welche Erwartungen waren damit verbunden?

Es ist im Laufe des letzten Jahres deutlich geworden, dass unsere Aufstellung beim Hafenmarketing nicht optimal ist. Via Bremen ist trotz der Anstrengungen vieler nie so richtig ins Fliegen gekommen. Und bremenports hat die Leute, das Knowhow und das Engagement für diese wichtige Aufgabe. Mir war aber wichtig, dass mit diesem Konzept auch die gemeinsame Überzeugung weiter wächst, dass gutes Hafenmarketing im Kern eine gemeinsame Aufgabe der öffentlichen und der privaten Akteure ist. Deshalb war es elementar, die Hafenwirtschaft mitzunehmen und damit eine gemeinsame Basis für die Zukunft zu schaffen. Ich bin sehr froh, dass es in zahlreichen Gesprächen gelungen ist, dieses gemeinsame Verständnis zu schaffen. Jetzt muss dies auch gelebt werden.

 

Der Standort wirbt jetzt mit Stadtmusikanten und einem Segelschiff. Ist das nicht ein Stück weit entfernt von der Wirklichkeit eines modernen Hafens?

Nein, das sehe ich anders. Mit dieser Symbolik reihen sich die Häfen in die vom Senat beschlossene Markenfamilie des Landes Bremen ein. Mit den Stadtmusikanten haben wir das Riesenglück auf ein Standortsymbol zurückgreifen zu können, dass auch international mit Bremen in Verbindung gebracht wird. Und das Segelschiff steht wunderbar für die maritime Ausstrahlung Bremerhavens. Beides zusammen ist klar, sympathisch und leicht erkennbar. Ich halte das für eine sehr gute Grundlage für eine einprägsame Marke. Sie schafft Aufmerksamkeit und Raum für die Inhalte, die dann ja noch zu transportieren sind.

 

Welche Inhalte sehen Sie denn da vorrangig?

Unsere Häfen in Bremen und Bremerhaven können sich mit Ihrem Leistungsangebot international sehen lassen. Wir haben eine erstklassige öffentliche Infrastruktur, an deren Verbesserung wir kontinuierlich arbeiten. Dies ist die zwingende Basis für die vielfältigen Dienstleistungen, die unsere Hafenwirtschaft erbringt: schnell, verlässlich, zu absolut marktfähigen Preisen.
Deshalb ist es ja für das Marketing so wichtig, dass wir in Veranstaltungen, auf Messen, in allen erdenklichen Publikationen immer wieder mit unserer Kundenorientierung und unserer Kompetenz punkten. Und dafür braucht es eben beides: die Hafenwirtschaft und die öffentliche Hand. Und wenn es da gelingt, auch die Wirtschaftsförderer von WFB und BIS stärker in das gemeinsame Boot zu holen und die jeweiligen Angebote zu vernetzen, dann ist für die Zukunft viel gewonnen.