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Im Interview

Drei Fragen an Senatorin Dr. Claudia Schilling

Frau Senatorin, welche Bedeutung haben die Bremischen Häfen gerade in der Corona-Zeit?
 „Die Bremischen Häfen haben eine immense Bedeutung. Sie sind nicht nur der Motor unserer Wirtschaft, sondern spielen auch eine zentrale Rolle dafür, dass Lieferketten und damit die Versorgung der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger in Bremen und der Bundesrepublik Deutschland aufrechterhalten werden. Gerade in der jetzigen Krise wird deutlich, dass unsere Häfen und die Hafenwirtschaft von nationaler und europäischer Bedeutung sind. Ohne Häfen, wie unsere in Bremen und Bremerhaven, wäre keine industrielle Produktion möglich, Baustellen und Förderbänder stünden still, die Passagiere etlicher Kreuzfahrtschiffe hätten keinen sicheren Hafen erreichen können und nach Corona käme die Wirtschaft und das öffentliche Leben nicht wieder in Tritt. “

Die Task Force gibt Ihnen einen unmittelbaren Eindruck von der Lage in den Häfen.  Wie nehmen Sie Situation und Stimmung der Bremischen Hafenwirtschaft wahr?
„Die derzeitige Situation ist auch für die Hafen- und Logistikwirtschaft alles andere als leicht. Der Güterumschlag ist zum Teil deutlich zurückgegangen und im zuletzt besonders wachstumsstarken Markt der Kreuzfahrten geht im Moment fast nichts mehr. Die größte Sorge bereitet den Unternehmen aber die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung, das ist deutlich spürbar. Umso beeindruckender finde ich es, welchen tollen Job die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an praktisch allen Stellen in den Häfen und in der Logistik in dieser herausfordernden Zeit machen – sei es in der Bereitstellung der Infrastruktur, im Güterumschlag, im Warentransport von und zu den Häfen, aber auch in den Dispositionszentralen, auf den Stellwerken, bei den Lotsen und Festmachern und in vielen anderen Bereichen – um zu gewährleisten, dass die Häfen weiterhin für die Kunden offen und komplett funktionsfähig sind. Dafür ein großes Dankeschön!“

Wie können sich die bremischen Häfen für die Nach-Corona-Zeit stärken?
„Um die akuten wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern, haben wir bereits viele Maßnahmen beschlossen. So bieten wir den Hafen- und Logistikunternehmen an, dort, wo Bremen oder bremische öffentliche Unternehmen Vermieter oder Erbpachtgeber sind, die Miet-, Pacht- und Erbbauzinszahlungen zu stunden. Gleichzeitig wollen auch den Kunden der bremischen Häfen ermöglichen, die Zahlung der Hafengebühren zu stunden. Auch auf die anstehende Erhöhung der Erbbauzinsen, die dieses Jahr fällig geworden wäre, wollen wir verzichten und die entsprechenden Beschlussvorschläge kurzfristig in die politischen Gremien tragen. Außerdem wollen und werden wir weiter in die Zukunftsfähigkeit unserer Häfen investieren. Wir werden die notwendige Weiterentwicklung der Containerkaje und die Beseitigung von LKW-Staus im Hafen zügig in Angriff nehmen. Mit all diesen Maßnahmen wollen wir zugleich auch die Grundlage für die Generierung neuen Wachstums nach der Krise schaffen. Unser Ziel ist es, dass die Hafen- und Logistikwirtschaft Bremens so gut wie möglich durch die Krise kommt und danach so schnell wie möglich wieder volle Fahrt aufnimmt.“