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Im Interview

Drei Fragen an Senatorin Dr. Claudia Schilling

Frau Senatorin, welche persönlichen Bezugspunkte haben Sie zum Thema Hafen?
Als Bremerhavenerin habe ich die grandiose Entwicklung des Hafens in den vergangenen Jahrzehnten eng verfolgt. Der Hafen ist neben der vielfältigen Wissenschaftslandschaft und dem Tourismus ein wesentlicher Treiber für den unübersehbaren Aufwärtstrend, der Bremerhaven auszeichnet. Bei allen Problemen, die es in der Stadt ohne Zweifel gibt, wird mir das zu oft übersehen. Ich wage die These, dass sich keine Stadt in der Größenordnung in diesem Jahrtausend so  positiv verändert hat wie Bremerhaven. Diesen Imagewandel möchte ich gerne vorantreiben, gerade auch in der Landeshauptstadt Bremen und dafür bieten Hafen und Wissenschaft beste Möglichkeiten.

Viele waren erstaunt über den neuen Ressortzuschnitt Wissenschaft und Häfen. Wo liegt für Sie der Reiz und die Chance für diese fachliche Kombination in einer Hand?
Ich bin sicher, dass die Kombination von Wissenschaft und Häfen ganz neue Perspektiven eröffnet, und zwar für beide Themenbereiche. Es gibt gerade in Bremerhaven eine Fülle von Wissenschaftsinstitutionen, die einen unmittelbaren Bezug zu maritimen Themen aufweisen. Das ist ja nicht nur das AWI als international renommiertes Helmholtz-Institut, da sind auch das Thünen-Institut, das IWES, das Schifffahrtmuseum und natürlich auch die Hochschule Bremerhaven. Ich bin mir sicher, dass es spannende Anknüpfungsmöglichkeiten zur Hafenentwicklung und zur maritimen Wirtschaft gibt. Sowohl im Hafen als auch in der Wissenschaft sind hochengagierte Akteure unterwegs. Ich sehe die Chance dieses Ressorts darin, die Personen und die Themen enger zusammenzuführen als das bislang der Fall war und damit die Zukunftsfähigkeit zu stärken und das Profil zu schärfen.

Der Koalitionsvertrag beschreibt ein umfangreiches Aufgabenpakt für die Entwicklung der bremischen Häfen. Welches sind für Sie herausragende Aufgaben, um die Häfen im Konzert der Wettbewerber zu positionieren und zu profilieren?
Wir haben natürlich die Pflichtaufgabe, die Infrastruktur der Häfen zu unterhalten und weiter zu entwickeln. Da schnürt der Koalitionsvertrag ein umfangreiches Arbeitspaket, das wir in einem ersten Schritt nun priorisieren müssen. Wir müssen dafür sorgen, dass den Containerverkehren in Bremerhaven auch künftig wettbewerbsfähige Möglichkeiten geboten werden. Und wir sollten die wirtschaftlichen Potentiale der Kreuzfahrt für Bremerhaven noch besser nutzbar machen. Auch in Bremen gibt es wichtige Investitionen, die zur Stärkung des Industriehafens angegangen werden müssen. Neben diesen Infrastrukturthemen gibt es eine Fülle spannender Entwicklungen, die ich unter die Überschrift Hafen 4.0 stellen möchte. Ich möchte, dass die Digitalisierung der Häfen intensiv voran geht. Wir wollen mit großen Schritten das Thema nachhaltiger Hafen vorantreiben, also in absehbarer Zeit die Klimaneutralität erreichen. Hafen kann da für andere Wirtschaftszweige beispielgebend vorangehen. Und ich möchte, dass die Hafenstandorte in Bremen und Bremerhaven auch künftig international präsent sind.