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Maritime Vielfalt

Ein Aushängeschild mit Perspektiven

Es sind die Bilder, die das Image prägen. Auch und gerade im Hafen. So wie am letzten Mittwoch im Juli vor der Columbuskaje. Da liegen gleich vier Kreuzfahrtschiffe der Phoenix-Reederei, die sich zum „Familientreffen“ am ColumbusCruiseCenter Bremerhaven treffen. Es ist ein seltenes aber längst nicht einmaliges Ereignis. Das Kreuzfahrtterminal an der Außenweser hat sich als starker Player auf einem wachsenden Markt profiliert.

 

Die nackten Zahlen machen dies deutlich. Waren es im Jahr 2016 lediglich 96.000 Passagiere so stieg die Zahl der Reisenden, die ihren Weg über Bremerhaven nahmen, im vergangen Jahr auf 166.000 Passagiere bei 84 Schiffsabfahrten. Für dieses Jahr prognostiziert das CCCB für sich eine „exorbitante Steigerung“ auf 112 Abfahrten und ca. 240.000 Passagiere. Und auch für die kommenden Jahre sind die Vorhersagen, die auf den bisherigen Plänen der Reedereien beruhen, stabil positiv (siehe drei Fragen an Veit Hürdler).

Das Columbus Cruise Center Bremen, das als modernes Fahrgastzentrum seit Beginn dieses Jahrtausends zur Verfügung steht, ist im Besitz des Landes Bremen. Das CCCB als Betreiber des Terminals ist eine PublicPrivatParnership, an dem das Land Bremen 44 Prozent hält, 56 Prozent der Anteile sind in den Händen von privaten Unternehmen.

Allen Beteiligten ist klar, dass sich die Infrastruktur auf der Columbushalbinsel in den nächsten Jahren erheblich verändern wird. Da ist zum einen der Neubau der etwa einen Kilometer langen Kaje, für die der Senat bereits 78 Millionen Euro freigegeben hat. 25 Meter vor der alten Kaje soll ab 2021 auf einem Kilometer Länge eine neue Kaje in der Weser entstehen. Hier laufen derzeit die Planungen. „Wir wollen die Kaje in mehreren Abschnitten bauen, so dass der Betrieb am CCCB weitergehen kann“, so bremenports Geschäftsführer Robert Howe. Die Feinabstimmung hierzu wird gemeinsam mit dem CCCB vorgenommen. Auch im Hochbaubereich gibt es Veränderungsnotwendigkeiten. Der ehemalige Columbusbahnhof, der seit vielen Jahren leer steht, aber für die Gebäudetechnik und die Betriebsabläufe des CCCB wichtige Funktionen wahrnimmt, muss dringend erneuert werden, da der bauliche Zustand einen Weiterbetrieb nicht zulässt. Dies schafft die Möglichkeit, die für die Betriebsabläufe im CCCB und für die Gebäudetechnik zwingende Erneuerung zu schaffen. Denn wenn mehrere große Kreuzfahrtschiffe an einem Tag in Bremerhaven anlegen, braucht das CCCB zusätzliche Terminalflächen.

Zugleich gibt es die Chance, für eine deutliche Verbesserung der Anbindung an die Stadt zu sorgen. Durch eine neue zentrale Empfangshalle könnte sich der Weg in die Stadt um 1,5 Kilometer verkürzen. Und für Busse und Taxen könnten mit einer Öffnung Richtung Bremerhaven ebenfalls bessere Voraussetzungen geschaffen werden. All dies kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Stadt künftig mehr vom boomenden Kreuzfahrtgeschäft profitiert, als dies bislang der Fall ist.

Neben der besseren Anbindung und Wahrnehmung bietet ein Neubau dem CCCB die Möglichkeit, mit einem Parkhaus das Serviceangebot noch kundenfreundlicher zu gestalten. Komplettiert werden soll der Neubau mit einem Bürogebäude als Hochpunkt mit dem auf der Columbushalbinsel eine attraktive Adresse für maritime Dienstleister geschaffen werden könnte.

Und auf einen weiteren für Bremerhaven wichtigen Aspekt weist CCCB-Geschäftsführer Veit Hürtler hin: „Da für die Stadt Bremerhaven auch Tagesbesucher wichtig sind, die aufgrund der Kreuzfahrtschiffe aus der Urlaubsregion zum „Schiffe gucken“ kommen, wäre es wünschenswert, wenn für diese Gäste zukünftig optimalere Gelegenheiten zum Schauen geschaffen werden, als die derzeitige Besuchergallerie es ermöglicht.“

Die politischen Beschlüsse zur Realisierung dieses Hochbauprojektes stehen noch aus. Doch angesichts der guten Perspektiven für den Kreuzfahrstandort Bremerhaven ist absehbar, dass die geschichtsträchtige Columbushalbinsel im kommenden Jahrzehnt ein Schwerpunkt der Hafenentwicklung sein wird.