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2021/3 | Zwei Städte – ein Hafen

Ein Seemann durch und durch

– und nun der neue Hafenkapitän für Bremerhaven und Bremen

Senatorin Dr. Claudia Schilling hat Stephan Berger Anfang Mai symbolisch das Steuer übergeben. Er tritt die Nachfolge von Andreas Mai an und ist nun der neue Chef des Hansestadt Bremischen Hafenamtes. Bis Ende September wird ihn der bisherige kommissarische Hafenkapitän Uwe Kraft begleiten, doch ab dann heißt es: Leinen los und auf zu neuen Herausforderungen für den 40-Jährigen. Stephan Berger bringt eine Menge Erfahrung mit: Er ist mehr als 15 Jahre zur See gefahren.

Doch wer ist der neue Mann am Steuer der bremischen Häfen? Stephan Berger wollte schon immer zur See fahren. Bereits als kleiner Junge aus dem Münsterland besaß er ein Kartenspiel-Quartett mit Frachtern, Seglern und Tankern, während andere Kinder das Spiel mit Autos oder Lastern spielten. Er besuchte in den Ferien die Verwandten in Cuxhaven, stand damals gerne am Geländer der Alten Liebe, schaute den Schiffen hinterher und stellte sich vor, wie die Häfen wohl aussehen, aus denen sie kommen. Als Jugendlicher ging er als Praktikant bei Hapag-Lloyd für eine fünfwöchige Reise von Bremerhaven nach Mexiko zum ersten Mal an Bord. Wieder an Land hatte Berger ein klares Ziel vor Augen: Die Seefahrt als Kapitän. Er machte Abitur, studierte in Elsfleth und durchlief dann die klassische Laufbahn an Bord vom nautischen Wachoffizier, Ausbildungsoffizier, Ersten Offizier bis hin zum Kapitän. Anschließend hatte er fünf Jahre das Kommando im Asien-Dienst bei Hapag-Lloyd.

Zum Amtsantritt Anfang Mai hieß es dann in der Überschrift der lokalen Presse „Ein Lebensretter als Hafenkapitän“. Denn während seiner Zeit als Offizier erlebte Stephan Berger dramatische Stunden auf dem arabischen Meer und wurde zum Lebensretter. Er war dabei, als die Besatzung der „MOL Comfort“ gerettet wurde, bevor ihr Schiff in einem Monsun auseinanderbrach und unterging. Der Anblick, den Stephan Berger am Morgen des 17. Juni 2013 durch den Monsunregen sah, nahm ihm seinen Worten zu Folge den Atem. Doch mit beherztem Einsatz rettete die Besatzung der „Yantian Express“ – zu der Berger damals gehörte – insgesamt 26 Crewmitgliedern das Leben. Die Geschichte über diese außergewöhnliche Reise vom Suez-Kanal Richtung Sri Lanka hat Stephan Berger selbst einmal aufgeschrieben und ist heute noch auf der Website von Hapag-Lloyd nachzulesen.

Nun ist Stephan Berger ist an Land gegangen, freut sich auf die neuen Herausforderungen als Hafenamtsleiter, aber auch auf seinen neuen Familienalltag, der sich mit der neuen Aufgabe völlig neu gestalten lässt. Für seine ersten Monate hat Berger sich als Ziel gesetzt, ‚erst einmal den Hafen zu verstehen‘. „Viele Abläufe und Informationen gilt es in meiner neuen Position erst einmal zu erfassen und einzuordnen, antwortet uns Stephan mit ‚ph‘ auf die Frage nach seinen Zielen als Hafenkapitän. Langfristig hofft er sich mit seinem Hafenamt in Zukunft weiter bei der Weiterentwicklung der Häfen und der greenports-Strategie einbringen zu können. Ich bin ein Freund der Aktivitäten im greenports-Bereich. Außerdem liegt mir die Digitalisierung und Weiterentwicklung der Häfen am Herzen. Hier gibt es meine Menge tolle, neue Entwicklungen, die wir für unsere Häfen ebenfalls anwenden könnten, so Berger.

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