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Aus dem Archiv

Eine 150 Jahre alte Karte, die Hafengeschichte erzählt

Nachdem Johann Smidt 1927 vom Königreich Hannover 122 Hektar Land an der Nordseite der Geestemündung gekauft hatte, baute Jacobus Johannes van Ronzelen dort 1830 den „Alten Hafen“. Auch damals war Bremerhaven schon Vorreiter in Sachen Hafenbau, denn Ronzelens berühmte Schleuse zur Geeste war die erste Hafen-Kammerschleuse des europäischen Kontinents. Bei Niedrigwasser konnte aus dem Hafenbecken Wasser abgelassen und damit der Schlick aus Vorhafen und Schleuse heraus gespült werden. Für die aufkommenden Raddampfer, die als Auswandererschiffe genutzt wurden, war die Schleuse jedoch zu klein. Deshalb entstand nur 20 Jahre später 1851/1852 der Neue Hafen, ebenfalls geplant und gebaut von Jacobus Johannes van Ronzelen. Der Neue Hafen hatte eine Länge von 480 m und war 90 m breit. Um das Wenden der immer länger werdenden Lloyd-Dampfer zu ermöglichen, erhielt die Pier am Nordostende eine Ausbuchtung. Die Zufahrt erfolgte durch ein einfaches Hafensperrtor mit einer Durchfahrtbreite von 22 Metern.

Angesichts des weiter stark anwachsenden Schiffsverkehrs in den Häfen Bremerhavens, beschloss der Bremer Senat den Bau eines dritten Hafenbassins. Mit der Planung beauftragt wurde Carl Friedrich Hanckes. Als Huldigung Wilhelm I. wurde es Kaiserhafen genannt. 1875 waren das Hafenbassin und die Verbindungsschleuse zum Neuen Hafen fertig. Beim Leuchtturm Kaiserschleuse entstand 1876 die neue Seeschleuse (die sogenannte kleine Kaiserschleuse) mit Vorhafen. Wie die Einfahrt zum Neuen Hafen war sie eine einfache Dockschleuse, die nur bei ausgeglichenem Wasserstand in Weser und Hafen für etwa eine Stunde geöffnet werden konnte. Ungünstig war die Lage quer zum Hafenbecken. Da größere Schiffe bald nicht mehr drehen konnten, erhielt die Pier am Nordostende eine Ausbuchtung. Da auch sie bald nicht mehr reichte, musste bereits 1892 die große Kaiserschleuse gebaut werden. An die frühere Verbindungsschleuse zum Neuen Hafen erinnert heute noch die Schleusenstraße.