x
Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Eine Vision bewegt die Welt Veröffentlicht am 01. September 2021

Seit 50 Jahren gehen die bunten Boxen hier über die Kaikante.

Die bremischen Häfen zählen zu den Pionieren im Containerumschlag. Seit 50 Jahren gehen die bunten Boxen hier über die Kaikante. Aber der Weg von der ersten Box bis zur längsten Containerkaje der Welt war alles andere als leicht.

20 Fuß lang, 8 Fuß breit und 8 Fuß plus 6 Zoll hoch – das ist in der Transportwelt sprichwörtlich das Maß aller Dinge. Der Container hat in der internationalen Schifffahrt eine wahre Revolution ausgelöst. Dabei war es nicht mal ein Reeder, der die einfache, aber geniale Idee hatte, Waren nicht einzeln als Stückgut, sondern gebündelt in einem standardisierten Container zu verladen.

Malcolm McLean, der Erfinder des Containers.
Foto: A.P. Møller-Maersk

Der US-amerikanische Spediteur Malcolm McLean war es leid, oft Stunden im Hafen auf die Entladung seiner Trucks warten zu müssen. Und so machte er sich Gedanken über ein effizienteres Transportsystem. Aber kein Reeder glaubte an seine Container Idee und war bereit, die erforderlichen Investitionen zu leisten. Doch McLean war von dem Erfolg seiner Vision überzeugt, so dass er sein Fuhrunternehmen verkaufte und selbst Reeder wurde. „I don’t have ships, I have seegoing trucks“, ist ein bekannter Ausspruch von ihm. Passend dazu nannte er seine Reederei Sea-Land. Box-Promotion mit Anlaufschwierigkeiten Als McLean 1956 den ersten umgebauten Frachter mit 58 stapelbaren Stahlkisten von Newark/New York auf die Reise nach Texas schickte, wurde er noch von allen Seiten belächelt und teilweise sogar angefeindet. Dabei lagen die Vorteile von Containertransporten auf der Hand: Während mit der Entladung eines 5000 Tonnen fassenden Stückgutschiffes rund 60 Männer eine Woche lang beschäftigt waren, konnte McLean seine Schiffe innerhalb weniger Stunden löschen, und das mit viel weniger Hafenpersonal. Entsprechend wurde das „neumodische“ Transportsystem vor allem von Hafenarbeitern und Gewerkschaften mit viel Argwohn betrachtet. Und so dauerte es noch gut zehn Jahre, bis die ersten Container in einem europäischen Hafen gelöscht werden sollten.