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Maritime Vielfalt

„Globale Logistik erfordert globale Präsenz“

Röhlig Logistics bietet seine breit gefächerte Dienstleistungspalette mit mehr als
2.200 Mitarbeitern in über 30 Ländern an. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte im Jahr 1852
mit einem Tabak-Handelsbetrieb.

Luft- und Seefracht sind das Kerngeschäft von Röhlig Logistics. Mithilfe seines weltweiten Netzwerks unterstützt das Bremer Unternehmen seine Kunden aber auch in der Projekt- und Kontraktlogistik.

Vor 167 Jahren – die Industrialisierung hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, und Dampfschiffe eroberten die Ozeane – legte Carl Röhlig in Bremen den Grundstein für ein Unternehmen, das sich bis heute zu einem globalen Logistikdienstleister für See- und Luftfracht entwickelt hat und das ebenso auf Projekt- und Kontraktlogistik spezialisiert ist. Die Keimzelle bildeten damals ein Tabak-Handelsvertrieb und eine Agentur für Assekuranz. Die nachfolgenden Generationen trugen ihren Teil dazu bei, dass das Familienunternehmen zu einem wichtigen Partner für Verladeunternehmen und Fabrikanten in ganz Deutschland wurde und dass die Handelsaktivitäten später auf Übersee ausgeweitet wurden. Im Zuge dieser Entwicklung folgten bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren erste eigene Büros in Südafrika und Australien. Parallel zur Ausweitung der Seefrachttransporte verstärkte Röhlig Logistics auch den Bereich der internationalen Luftfracht. Die folgenden Jahrzehnte waren durch ein dynamisches Wachstum geprägt, in dessen Verlauf die Bremer weitere Niederlassungen in der ganzen Welt eröffneten. Heute gehören zum Röhlig- Netzwerk mehr als 2.200 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Die meisten von ihnen sind in Europa (28 Prozent), gefolgt von Südafrika (26 Prozent) und Asien (21 Prozent) im Einsatz.

Amerika und Asien im Visier
„Globale Logistik erfordert globale Präsenz. Um die Nähe zu unseren Kunden zu gewährleisten, haben wir in der jüngsten Vergangenheit nachhaltig in den Ausbau unserer Strukturen investiert“, erläutert Philip W. Herwig, Managing Partner von Röhlig Logistics. Gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen Hylton Gray, Hans-Ludger Körner und Ulrike Baum leitet er heute die Geschicke des Konzerns, der seine Struktur seit 2015 auf allen Ebenen von einer länderspezifischen auf eine produktorientierte Organisation umgestellt hat. Schwerpunkte habe man zuletzt vor allem auf die Märkte in Asien und Amerika gelegt. So wurden in China seit 2017 sechs neue Büros in Shanghai, Ningbo, Qingdao, Peking, Dalian und Tianjin eröffnet. Weitere neue Niederlassungen entstanden in Taiwan, Indonesien und Vietnam. In Mexiko hat Röhlig sein Engagement im vergangenen Jahr verstärkt und neben Mexiko-Stadt ein weiteres Büro in Monterrey eröffnet. Darüber hinaus wurden für den Geschäftsbereich Kontraktlogistik jüngst in Südafrika und Neuseeland zusätzliche Lagerflächen geschaffen, um dort noch näher am Kunden zu sein. „Damit sind wir weltweit so stark aufgestellt wie noch nie zuvor in unserer Unternehmensgeschichte“, so Herwig.

Stabilität durch breite Aufstellung
Wie bei anderen Unternehmen gehen die aktuellen Handelskonflikte und -sanktionen auch an Röhlig Logistics nicht spurlos vorbei. „Natürlich hat das Auswirkungen auf unser Geschäft. Während wir Ende 2018 eine gesteigerte Nachfrage nach Frachtraum erlebt haben, können wir uns vorstellen, dass sich diese aufgrund der Sanktionen noch abschwächen werden“, erläutert Herwig. Akute Sorgenfalten treiben ihm diese Entwicklungen aber nicht ins Gesicht: „Wir sind immer wieder von Veränderungen in der Weltwirtschaft und in einzelnen Ländern betroffen. Doch auch wenn es in einem Land mal hakt, ist die Unternehmensstabilität durch unsere breite Aufstellung gesichert.“

 

Philip W. Herwig, Managing Partner von Röhlig Logistics, sieht in der breiten Aufstellung des Unternehmens in mehrfacher Hinsicht einen Marktvorteil.

Mit „Blue Future“ in die Zukunft
Das in sechster Generation geführte Logistikunternehmen will sich auch in Zukunft dem Thema Digitalisierung widmen. Hier sieht Herwig einen großen Vorteil in der Tatsache, dass man als international ausgerichteter Akteur in Australien und den USA bereits früher mit digitalen Technologien konfrontiert wird, als dies in Europa der Fall ist. Zudem hat Röhlig Logistics bereits in den vergangenen drei Jahren mit Hochdruck das Wachstumsprogramm „Blue Future“ umgesetzt, um das Unternehmen nach eigener Aussage in die digitale Zukunft zu führen. Dazu gehören beispielsweise „Röhlig Real Time“, ein hauseigenes Track-and-Trace-Tool, über das der Kunde den gesamten Vorgang einer Sendung online verfolgen und verwalten kann, und das cloudbasierte Vendor Management System „Sirius.VM“. Dabei handelt es sich um ein digitales Ökosystem, das den Kunden ermöglicht, in enger Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten und Logistikdienstleistern ihre Beschaffungsprozesse zu optimieren.

Trotz der Bestrebungen hin zu einer verstärkten digitalen Vernetzung macht Herwig deutlich: „Der persönliche Kontakt steht für uns immer im Mittelpunkt. Auf dieser Basis entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen, bei denen die Kunden selbst entscheiden, ob sie einen digitalen oder analogen Zugang zu uns haben wollen.“ Das gilt sowohl für die Zustellung einzelner Ersatzteile als auch für die Lieferung ganzer Fabriken, für die Röhlig Logistics jeweils mit einer Vielzahl namhafter Carrier im Seefracht und Luftfrachtsegment zusammenarbeitet – getreu dem Unternehmensmotto: „Creating chains of trust“.

FAKTEN
Röhlig Logistics

  • Gründung: 1852
  • Mitarbeiter: 2.200, davon rund 150 in Bremen
  • Kernkompetenzen: Luftfracht, Seefracht, Projektlogistik, Kontraktlogistik
  • Konzernumsatz 2017: 871 Millionen Euro

 

(Thorsten Breuer)