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07. Januar 2019

Greenports Awards an Containerschifffahrt

Umweltpreise der Bremischen Häfen gehen 2018 an die Reedereien MSC und Yang Ming

Im Dezember 2018 wurden bereits zum fünften Mal die „greenports Awards“ der Bremischen Häfen verliehen. Die beiden Umweltpreise gingen an die Containerschifffahrt: Das Containerschiff „MSC Anzu“ der Mediterranean Shipping Company (MSC) ist das umweltfreundlichste Seeschiff, das die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven im Jahr 2017 sechsmal angelaufen hat. Die Yang Ming Transport Corp. erhielt den greenports Award als Reederei mit der umweltfreundlichsten Flotte. Mit diesen Auszeichnungen würdigen die Bremischen Häfen die Anstrengungen der internationalen Schifffahrt, den Ausstoß von Luftschadstoffen (Stick-, Schwefel- und Feinstaub) sowie Kohlenstoffdioxid zu verringern.

Die „MSC Anzu“ erzielte im Jahr 2017 den besten ESI-Wert mit 51,4 Punkten unter den Schiffen mit mehreren Anläufen pro Jahr. Bei ESI handelt es sich um den Environmental Ship Index  – ein Umweltindex, der dazu dient, Schiffe in einem standardisierten Verfahren nach ihren Emissionswerten einzustufen. Von der Yang Ming Reederei mit Hauptsitz in Keelung City, Taiwan schafften es insgesamt vier Schiffe in die „Top Ten“ des Jahres 2017. Der durchschnittliche ESI der Schiffe von YM, die die bremischen Häfen angelaufen sind, beträgt 43,5. Insgesamt finden sich unter den 10 schadstoffärmsten Schiffen in diesem Jahr neun Containerschiffe.

An Bord eines MSC Schiffes überreichte bremenports-Geschäftsführer Robert Howe die Urkunde stellvertretend an den Kapitän Kamran Ahmed und einen Vertreter der Reederei.

bremenports-Geschäftsführer Robert Howe mit Kapitän Kamran Ahmed des Schiffes MSC Anzu

 

Hubert Hoffmann, IT Direktor bei MSC für Bremen/Bremerhaven und Hamburg freute sich über die Auszeichnung. Der gute ESI-Wert der MSC Anzu ist darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2017 neben der Verbesserung der Energieeffizienz des Schiffes schwefelarmer Kraftstoff gebunkert wurde. Auch kommt die MSC Anzu wegen guter Verbrennungseigenschaften der Motoren auf gute Stickstoffdioxid-Werte und kann zusätzlich mit Landstrom versorgt werden. Die Reederei MSC hat in diesem Jahr drei Schiffe unter den ersten zehn.

Wie bremenports-Geschäftsführer Howe ergänzt, haben sich die Einführung des ESI und die damit verbundenen Rabattsysteme für besonders umweltfreundliche Schiffe international bewährt: „Heute beteiligen sich weltweit fast 50 Häfen daran. Sie gestalten ihre Bonusprogramme individuell. 2017 waren in Bremen und Bremerhaven bereits 38% aller Schiffsanläufe mit einem ESI-Score.“ Howe bewertete diese Entwicklung in der Seeschifffahrt als Signal, dass das Thema Umweltschutz bei den Reedereien angekommen ist.

Neben der öffentlichen Honorierung kompensiert bremenports bei „atmosfair“ die CO2-Emissionen für einen Anlauf des Gewinnerschiffes. atmosfair ist eine Klimaschutzorganisation, die aktiven Klimaschutz mit der Kompensation von Treibhausgasen durch erneuerbare Energien betreibt. Der freiwillig bezahlte und von den Emissionen abhängige Klimaschutzbeitrag wird z.B. dazu verwendet, erneuerbare Energien in Ländern auszubauen, wo es diese noch kaum gibt, also vor allem in Entwicklungsländern. Für bremenports ist es ein Anliegen beispielhaft aufzuzeigen, dass auch einzelne Hafenanläufe neutralisiert werden können und damit auch ein erster Einstieg in die Decarbonisierung der Schifffahrt möglich ist.

 

Näheres zum Environmental Ship Index:
Der Environmental Ship Index (ESI) ist ein international standardisiertes Verfahren, nach dem Schiffe aufgrund ihrer Emissionswerte eingestuft werden. Er gibt Auskunft darüber, wie weit die Emissionen des jeweiligen Schiffes unterhalb der international vorgeschriebenen Grenzwerte liegen. Aufgrund dieser Daten bekommen Schiffe einen Index-Wert, der als Grundlage für einen umweltbezogenen Rabatt der Hafengebühr genutzt werden kann.
Der ESIndex-Wert setzt sich aus Teilindizes zusammen, die Stick- und Schwefeloxide, sowie Kohlenstoffdioxide bewerten. Zudem werden Punkte für Landstrom-Anschlüsse, sofern vorhanden, vergeben. Die Punkte für Stickoxide berechnen sich aus festen Größen der Motoren, für Kohlenstoffdioxide aus dem Energie-Effizienz-Betriebs-Indikator (EEOI), sofern vorhanden und stehen damit dauerhaft fest (wenn keine Änderungen an den Motorenanlagen vorgenommen werden oder freiwillig ein EEOI berechnet wird). Die Teilpunkte für Schwefeloxide werden dementgegen halbjährlich anhand der Art und des Schwefelgehalts der gebunkerten Kraftstoffe ermittelt und angepasst. Hier kann der Reeder/Charterer den größten Einfluss nehmen, indem er Kraftstoffe bunkert mit Schwefelgehalten (weit) unter den gesetzlichen Vorgaben.

Die 10 saubersten Schiffe: