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25. Januar 2016

Günthner: Neue Zahlen belegen internationale Bedeutung der Luneplate für den Vogelschutz

Auf den weitläufigen Naturflächen der Luneplate im Süden von Bremerhaven hat der Ornithologe Lutz Achilles im vergangenen Monat an einem Tag 23.280 Wasser- und Watvögel gezählt. „Die Ergebnisse dieser Zählung belegen die internationale Bedeutung des Gebiets für den Vogelschutz“, sagt Häfensenator Martin Günthner. Er erinnert dran, dass diverse Arten auf der Roten Liste stehen, also in ihrem Bestand gefährdet sind. Die Luneplate, die früher intensiv von der Landwirtschaft genutzt wurde, steht seit etwa 20 Jahren ganz im Zeichen des ökologischen Ausgleichs: Hier kompensiert die Hafengesellschaft bremenports die Eingriffe, die mit dem Bau von Anlagen wie dem Container-Terminal 4 verbunden waren.

Günthner: „Wir können heute feststellen: Durch die großen Baumaßnahmen haben sowohl Hafen als auch Natur deutlich gewonnen. Diesen Anspruch verbinden wir im Übrigen auch mit dem Bau des Offshore-Terminals.“

„Besonders groß ist die Bedeutung der Luneplate als Winterquartier der Nonnengans“, berichtet bremenports-Geschäftsführer Horst Rehberg. „Bei der Zählung am 13. Dezember war diese Art mit 6.687 Tieren vertreten. Kein anderer Gastvogel brachte es auf eine vergleichbar große Zahl.“

Die Nonnengans, die auch als Weißwangengans bekannt ist, brütet in den arktischen Weiten von Sibirien, Grönland und Spitzbergen. „Die Tiere aus Russland überwintern nach etwa 4.000 Flugkilometern von Oktober bis März in den Küstenregionen am Wattenmeer“, sagt Landschaftsplaner Thomas Wieland, der bei bremenports in den vergangenen Jahren wesentlich an der Entwicklung der Luneplate zum Natur- und Vogelparadies beteiligt war. „Die Nonnengans benötigt frostfreie Bereiche. Wenn es zu kalt wird, zieht sie die Küste hinunter in Richtung Süden.“

Auch Pfeifente (3273 Tiere) und Krickente (2696) bevölkerten im Dezember in großer Zahl die Luneplate. Niedriger fielen die Zahlen bei Graugans (1198), Reiherente (364) und Schnatterente (165) aus. 30 Silberreiher und 12 Zwergtaucher schafften es ebenfalls auf die Liste.

„Besonders froh sind wir darüber, dass der Kiebitz auf der Luneplate inzwischen in großer Zahl vorkommt“, sagt Rehberg. Bei der Dezember-Zählung waren es 3894 Tiere. „Der Kiebitz ist weiterhin stark gefährdet“, berichtet Wieland. „In Europa nehmen die Zahlen weiter ab.“ Das Zugverhalten des etwa 30 Zentimeter großen Vogels werde stark von der Witterung beeinflusst: „Kiebitze, die in Deutschland – zum Beispiel auf der Luneplate – brüten, ziehen in kalten Wintern nach Westfrankreich, Spanien oder Portugal. Sie brauchen frostfreie Bereiche und halten sich je nach Wetterlage weiter nördlich oder weiter südlich auf.“

Bei einer Begehung am 5. Januar wurde deutlich, dass zahlreiche Gastvögel auf den Wintereinbruch nach Neujahr reagiert haben – es zeigten sich relativ wenige Vögel, darunter kleinere Schwärme von Gänsen und Enten sowie Schwäne und Wacholderdrosseln. „Wenn die Temperaturen steigen und die Flächen wieder offen sind, nimmt die Zahl der Vögel schnell wieder zu“, sagt Landschaftsplaner Wieland. Er freut sich auch über die vielen Greifvögel: „Ihnen bieten die Vögel ein großzügiges Nahrungsangebot.“ Zu den Greifvögeln der Luneplate gehören Rohrweihe, Mäusebussard, Raufußbussard, Turmfalke und Wanderfalke.

Von Februar bis Mai (Frühjahrszug der Vögel) eignet sich die Ökolandschaft besonders gut für eine Radtour oder einen Spaziergang. Dabei können viele Arten beobachtet werden, zum Beispiel vom Aussichtsturm im Osten der Luneplate.

Downloads:

Holger Bruns Pressesprecher

0471 309 01-103

E-Mail schreiben

25. Januar 2016

Günthner: Neue Zahlen belegen internationale Bedeutung der Luneplate für den Vogelschutz

Auf den weitläufigen Naturflächen der Luneplate im Süden von Bremerhaven hat der Ornithologe Lutz Achilles im vergangenen Monat an einem Tag 23.280 Wasser- und Watvögel gezählt. „Die Ergebnisse dieser Zählung belegen die internationale Bedeutung des Gebiets für den Vogelschutz“, sagt Häfensenator Martin Günthner. Er erinnert dran, dass diverse Arten auf der Roten Liste stehen, also in ihrem Bestand gefährdet sind. Die Luneplate, die früher intensiv von der Landwirtschaft genutzt wurde, steht seit etwa 20 Jahren ganz im Zeichen des ökologischen Ausgleichs: Hier kompensiert die Hafengesellschaft bremenports die Eingriffe, die mit dem Bau von Anlagen wie dem Container-Terminal 4 verbunden waren.

Günthner: „Wir können heute feststellen: Durch die großen Baumaßnahmen haben sowohl Hafen als auch Natur deutlich gewonnen. Diesen Anspruch verbinden wir im Übrigen auch mit dem Bau des Offshore-Terminals.“

„Besonders groß ist die Bedeutung der Luneplate als Winterquartier der Nonnengans“, berichtet bremenports-Geschäftsführer Horst Rehberg. „Bei der Zählung am 13. Dezember war diese Art mit 6.687 Tieren vertreten. Kein anderer Gastvogel brachte es auf eine vergleichbar große Zahl.“

Die Nonnengans, die auch als Weißwangengans bekannt ist, brütet in den arktischen Weiten von Sibirien, Grönland und Spitzbergen. „Die Tiere aus Russland überwintern nach etwa 4.000 Flugkilometern von Oktober bis März in den Küstenregionen am Wattenmeer“, sagt Landschaftsplaner Thomas Wieland, der bei bremenports in den vergangenen Jahren wesentlich an der Entwicklung der Luneplate zum Natur- und Vogelparadies beteiligt war. „Die Nonnengans benötigt frostfreie Bereiche. Wenn es zu kalt wird, zieht sie die Küste hinunter in Richtung Süden.“

Auch Pfeifente (3273 Tiere) und Krickente (2696) bevölkerten im Dezember in großer Zahl die Luneplate. Niedriger fielen die Zahlen bei Graugans (1198), Reiherente (364) und Schnatterente (165) aus. 30 Silberreiher und 12 Zwergtaucher schafften es ebenfalls auf die Liste.

„Besonders froh sind wir darüber, dass der Kiebitz auf der Luneplate inzwischen in großer Zahl vorkommt“, sagt Rehberg. Bei der Dezember-Zählung waren es 3894 Tiere. „Der Kiebitz ist weiterhin stark gefährdet“, berichtet Wieland. „In Europa nehmen die Zahlen weiter ab.“ Das Zugverhalten des etwa 30 Zentimeter großen Vogels werde stark von der Witterung beeinflusst: „Kiebitze, die in Deutschland – zum Beispiel auf der Luneplate – brüten, ziehen in kalten Wintern nach Westfrankreich, Spanien oder Portugal. Sie brauchen frostfreie Bereiche und halten sich je nach Wetterlage weiter nördlich oder weiter südlich auf.“

Bei einer Begehung am 5. Januar wurde deutlich, dass zahlreiche Gastvögel auf den Wintereinbruch nach Neujahr reagiert haben – es zeigten sich relativ wenige Vögel, darunter kleinere Schwärme von Gänsen und Enten sowie Schwäne und Wacholderdrosseln. „Wenn die Temperaturen steigen und die Flächen wieder offen sind, nimmt die Zahl der Vögel schnell wieder zu“, sagt Landschaftsplaner Wieland. Er freut sich auch über die vielen Greifvögel: „Ihnen bieten die Vögel ein großzügiges Nahrungsangebot.“ Zu den Greifvögeln der Luneplate gehören Rohrweihe, Mäusebussard, Raufußbussard, Turmfalke und Wanderfalke.

Von Februar bis Mai (Frühjahrszug der Vögel) eignet sich die Ökolandschaft besonders gut für eine Radtour oder einen Spaziergang. Dabei können viele Arten beobachtet werden, zum Beispiel vom Aussichtsturm im Osten der Luneplate.

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