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19. August 2016

Hafenkooperation: Bremen und Niedersachsen testen LEP-Technologie

Um in Zukunft bei der Beleuchtung der Häfen Energie effizienter zu nutzen, haben Bremen und Niedersachsen ein neues Kooperationsprojekt auf den Weg gebracht. Die Partner bremenports, Niedersachsen Ports, JadeWeserPort und BLG wollen in einer Pilotstudie verschiedene Leuchtmittel miteinander vergleichen. „Neben den bereits eingesetzten Leuchtmitteln Natriumdampf und LED soll in diesem Projekt das innovative und umweltfreundliche Leuchtmittel LEP zum Einsatz kommen“, berichtet bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. Der Test sei ein vielversprechender Ansatz, um die ökologische Modernisierung in den Häfen länderübergreifend voranzutreiben – ein gutes Beispiel für sinnvolle Hafenkooperation an der Küste.

So sieht es auch Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG und der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG. „Voneinander lernen, am Wissen der anderen Partner partizipieren und eigene Erfahrungen bereitstellen, schafft großen Mehrwert für diese Vergleichsstudie und zeigt, welche Vorteile eine gelebte Partnerschaft zwischen den norddeutschen Häfen hat. Wir alle werden von den Erkenntnissen der Untersuchung profitieren, um unsere Häfen zukunftsgerecht und im Sinne der Nachhaltigkeit auszubauen und zu modernisieren“, erklärt Banik.

Was bedeutet LEP?
LEP-Lampen werden in europäischen Häfen bisher noch nicht verwendet. Diese innovativen Leuchtmittel werden in den USA produziert und dort bereits an verschiedenen Hafenstandorten eingesetzt. LEP steht für „Light Emitting Plasma“ – eine neuartige Technologie, um energieeffizient und klimafreundlich Licht zu erzeugen. In einer Quarzlampe werden mit Hilfe von Mikrowellen chemische Verbindungen angeregt. So wird ein Plasma erzeugt, das Licht emittiert. Das so erzeugte Lichtspektrum ist dem Tageslicht sehr ähnlich. Diese Technik funktioniert ohne Elektroden oder Glühdraht. LEP ist damit eine punktförmige Lichtquelle; insgesamt ist diese Art der Lichterzeugung sehr effizient.

Warum wird LEP getestet?
Publikationen in den USA führen einige Vorteile von LEP-Leuchten gegenüber LED-Leuchten in Häfen auf: Die LEP-Leuchten sind bei einer hohen Beleuchtungsstärke sehr energieeffizient. Da die eingesetzte elektrische Energie zu einem hohen Grad in Licht umgewandelt wird, können im Vergleich zu konventionellen Leuchtmitteln Einsparungen von bis zu 80 Prozent erzielt werden. Durch einen geringeren Wartungsbedarf, hohe Lebensdauer und eine kleinere Anzahl benötigter Leuchten fallen weniger Kosten an. Außerdem ist die Herstellung des Leuchtmittels ressourcenschonend. Es ist schadstoffarm und lässt sich problemlos entsorgen oder recyceln.
Als Infrastrukturbetreiber für diverse norddeutsche Seehäfen sehen sich bremenports und Niedersachsen Ports in einer besonderen Verantwortung. „Uns ist das Projekt ein besonderes Anliegen“, erläutert Niedersachsen Ports-Chef Banik. „Sollten sich die Vorteile der LEP-Leuchten in dieser Vergleichsstudie verifizieren, können wir diese Leuchtmittel in unser Nachhaltigkeitsmanagement „hafen+“ integrieren. Unserem Anspruch, die niedersächsischen Seehäfen fortwährend nachhaltiger und umweltverträglicher zu gestalten, würden wir damit gerecht.“
Für Howe ist das LEP-Projekt eine logische Fortführung der „greenports“-Aktivitäten, mit denen bremenports in den Zwillingshäfen seit Jahren die Senkung des Energieaufwandes und der Kohlendioxid-Emissionen forciert. Einen Vorteil von LEP sieht er darin, dass sich die LEP-Lampen nicht so schnell erwärmen: „Das Leuchtmittel ist weniger empfindlich gegenüber Außentemperaturen. Das Licht lässt sich dimmen, ist flimmer- und schattenfrei.“

Kosten des Projekts
Das LEP-Projekt der Länder Bremen und Niedersachsen wird mit 145.000 Euro aus dem Förderfonds der Metropolregion Nordwest gefördert. Die Gesamtkosten für die Umsetzung des Pilotprojektes belaufen sich auf 308.500 Euro.
Unterstützt wird das Projekt von den Beleuchtungsspezialisten A&O Lighting Technology und Glamox Aqua Signal aus Bremen, iSiTEC und CONLED aus Bremerhaven sowie vom Hansestadt Bremisches Hafenamt und der Eisenbahn- und Stadtbahnaufsicht. Auch die Hochschule Bremen begleitet das Vorhaben mit Projektarbeiten im Masterstudiengang „Zukunftsfähige Energiesysteme“.

Zum Stand des Projekts
Die Partner bremenports, Niedersachsen Ports und BLG Logistics wollen die innovativen Leuchtmittel in den bremischen und niedersächsischen Häfen testen. Dazu wurden Teststrecken in Hafenbereichen ausgewählt, die mit Lampen mit LEP-Leuchtmitteln ausgestattet werden sollen. Außerdem wurde bereits eine Musterleuchte aus den USA geliefert. Sie eignet sich für den Einsatz an Hochpunktmasten, wie sie in allen Hafenbereichen zu finden sind. LEP-Leuchtmittel sollen auch in der Straßenbeleuchtung und in Schleusenbereichen zum Einsatz kommen.
Lichttechnische Untersuchungen werden das Projekt begleiten. Zusätzlich wird eine Studie zur „Insektenfreundlichkeit“ der verschiedenen Leuchtmittel von einem Gutachter angefertigt.
Die Firma CONLED, die für die Lichtplanung im Projekt verantwortlich ist, hat in den vergangenen Tagen die Standorte für die Teststrecken besichtigt. Nach erfolgter Lichtplanung für die LEP-Leuchtmittel soll noch in diesem Jahr die Umrüstung erfolgen und mit den Messungen vor Ort begonnen werden. Dazu wurde der Kontakt mit dem Lieferanten der LEP-Leuchtmittel in den USA über A&O als Vertriebspartner hergestellt.

Teststrecken in Bremerhaven, Bremen-Stadt und Brake
„In unserem Zuständigkeitsbereich sind zwei Standorte für den Einsatz von LEP-Leuchtmitteln ausgewählt worden“, sagt bremenports-Chef Howe. Im Bereich Zolltor Bahnhof Kaiserhafen in Bremerhaven soll ein etwa 12 Meter hoher Mast mit LEP-Leuchtmitteln bestückt werden. Diese Lampe soll in den nächsten Wochen installiert werden.
Außerdem ist in Bremen an der Oslebshauser Schleuse ein Austausch der alten Beleuchtung notwendig. An diesem Standort sind mehrere Masten vorhanden – dort lassen sich verschiedene Leuchtmittel wie Natriumdampf, LED und LEP gut miteinander vergleichen.
Auch bei Niedersachsen Ports in Brake wurden zwei Standorte für einen möglichen Einsatz von LEP gefunden. Hier sollen die LEP-Leuchtmittel in 36 Meter Höhe zum Einsatz kommen. Der Arbeitsbereich am Niedersachsenkai muss gut ausgeleuchtet sein. Hier stehen Hochpunktmasten, die noch mit Natriumdampflampen bestückt sind und deren Leuchtmittel ausgetauscht werden sollen. Eine zweite Möglichkeit ist der Einsatz von LEP in Containerbrücken. Hier beträgt die Lichtpunkthöhe 40 Meter.
„Der Hafen Brake und insbesondere der Bereich um den Niedersachsenkai eignet sich auf besondere Weise für diese Vergleichsstudie: Der 24-Stunden-Umschlagbetrieb von großen und gleichzeitig sensiblen Projektladungen und der daraus resultierende Anspruch an eine barrierefreie Lagerlogistik für diese Produkte erfordern eine Ausleuchtung aus großer Höhe, nämlich aus rund 36 Metern“, erklärt Banik. „Damit erweitert der Standort Brake das Untersuchungsspektrum des Projekts und dessen Erkenntnisse.“
Die BLG Logistics setzt LED-Leuchtmittel an unterschiedlichen Bereichen im Hafen ein. Dort wurden bereits viele Erfahrungen in der Hallen- und Flächenbeleuchtung gesammelt. Neben dem LED-Einsatz in Innenräumen wurde auch ein Hochpunktmast der BLG im Neustädter Hafen mit LED-Leuchtmitteln bestückt und ein Flächenbeleuchtungstest durchgeführt. Im Neustädter Hafen befinden sich drei Hochpunktmasten, die für den Einsatz von LEP-Beleuchtung geeignet sind.

Kooperationspartner

bremenports GmbH & Co. KG
BLG LOGISTICS
JadeWeserPort Realisierungsges. mbH
Niedersachsen Ports

Gefördert von

Metropolregion Nordwest

Rüdiger Staats Pressesprecher

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