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Zwei Städte – ein Hafen

Großbaustellen auf der Columbusinsel

Schweres Gerät auf der Columbusinsel in Bremerhaven: Während in der Einfahrt zur Nordschleuse derzeit die Kaje 66 neu entsteht, werden in der Nachbarschaft Spundwände in den Boden eingebracht, die die Basis für den neuen Hochwasserschutz auf der Columbushalbinsel schaffen.

Diese Arbeiten haben im Frühjahr 2020 mit dem Rückbau und der Anpassung von Gleisanlagen begonnen, die dem neuen Verlauf der Hochwasserschutzlinie in Weg standen. Die Spundwandarbeiten haben im Anschlussbereich zur Nordschleuse begonnen und gehen dann über rund 1,3 Kilometer Richtung Süden, wo sie in der Nähe der Kaiserschleuse an den bestehenden Hochwasserschutz angeschlossen werden.

Der Generalplan Küstenschutz gibt vor, dass der Hochwasserschutz auf der Columbusinsel um rund einen Meter auf 7,80 m erhöht werden muss. Unter anderem müssen Hochwasserschutzwände abgerissen, neu gebaut oder erhöht, drei neue Deichscharte und ein Deichverteidigungsweg neu gebaut werden. Fertig werden soll der neue Hochwasserschutz im zweiten Halbjahr 2021.

Im Oktober 2021 soll auch die zweite Großbaustelle auf der Columbusinsel abgeschlossen werden, der Neubau der 220 Meter langen Kaje 66. 17,7 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt. Kosten, die sich Bund und Land teilen werden. Im Auftrag von bremenports hat die Arbeitsgemeinschaft Tagu/Züblin Mitte Juni mit den Arbeiten begonnen. Zunächst musste der alte Anleger der Helgolandfähre demontiert werden. Die riesigen Betonteile wurden mit einer speziellen Seilsägetechnik zerlegt, mit einem Kran geborgen, anschließend zerkleinert und ordnungsgemäß entsorgt.

Die neue Kaje wird dann vier Meter vor der alten Wand in die Weser gerammt und im südlichen Bereich mittels Schrägpfählen verankert, die durch eigens hergestellte Fenster durch die alte Wand geführt werden. Von einem Ponton aus werden in einem bautechnisch anspruchsvollen Verfahren 75 Pfähle ins Erdreich getrieben. Im nördlichen Bereich wird die Kaje ab September mit horizontalen Rundstahlankern gesichert. Auch hier müssen die Anker die alte Wand durchdringen.

Notwendig geworden war der Neubau, weil es in dem Bereich häufiger zu Havarien gekommen war, zuletzt 2017. Seitdem war die Standsicherheit in dem sensiblen Einfahrtsbereich zur Nordschleuse gefährdet. Mit dem Neubau der Kaje wird nun die Betriebssicherheit der Schleuse für die Zukunft sichergestellt.

Mit der Fertigstellung der beiden Bauwerke sind die Arbeiten auf der Columbusinsel aber noch lange nicht abgeschlossen. Im Anschluss soll dann die rund einen Kilometer lange Columbuskaje vor dem Kreuzfahrtterminal in mehreren Bauabschnitten komplett neugebaut werden.