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Zwei Städte – ein Hafen

Hafenbilanz 2018

Güterumschlag stabil, starke Zuwächse im Kreuzfahrtgeschäft

Mit Auf einer Landespressekonferenz ist heute die Hafenbilanz 2018 vorgestellt worden. Laut der Prognose wird an den Kajen und Terminals der Zwillingshäfen in Bremen und Bremerhaven für das Jahr 2018 ein seeseitiger Güterumschlag von ca. 74 Mio. Tonnen erwartet. Gegenüber dem Güterumschlag des Vorjahrs mit rund 74,2 Mio. Tonnen ist dies weiterhin ein gutes und konstantes Ergebnis.

Das diesjährige Gesamtumschlagsvolumen weißt damit erneut ein stabiles Ergebnis auf hohem Niveau auf. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen zeigte sich mit der Hafenbilanz des Jahres 2018 zufrieden: „Die vorliegenden Zahlen zeigen deutlich, dass wir trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen der globalen Märkte eine stabile Performance der Häfen im Land Bremen haben.“

Der erwartete Gesamtumschlag von 74 Mio. Tonnen setzt sich aus dem Umschlag der Hafenanlagen in Bremen-Stadt mit 11,4 Mio. Tonnen (minus 14,2 %) und Bremerhaven mit 62,7 Mio. Tonnen (plus 2,9 %) zusammen. Die schwächeren Werte des Seegüterumschlags der Häfen im Bremer Stadtgebiet resultieren aus einem Rückgang des Massengutumschlages in diesem Jahr. In diesem Gütersegment wird ein Minus von 13,5 % auf 8,2 Millionen Tonnen erwartet.

Das internationale Ringen auf den Stahlmärkten sowie die klimatischen Auswirkungen auf die Ernten schlagen sich hier auf die Eisenerz- und Kohleumschläge und den Futtermittelumschlag in diesem Jahr nieder. Dies führt letztlich zu diesem negativen Trend im Bereich des Bremer Massengutumschlags. Auch im Bereich des nicht-containerisierten Stückgutes ist in den Häfen der Stadt Bremen ein leichter Rückgang zu vermerken. Die Ursachen für diese Gesamtentwicklung können allerdings erst nach Vorliegen der endgültigen und differenzierten Zahlen weiter analysiert werden.

Der Seegüterumschlag in Bremerhaven zeigt ein ähnlich differenziertes Bild. Insgesamt stieg der Umschlag im Vergleich zum Vorjahr hier um knapp 3 Prozent weiter auf 62,7 Millionen Tonnen an. Ursächlich hierfür ist das positive Ergebnis im Segment des containerisierten Stückgutes. Hier ist mit einem Umschlag von 57 Millionen Tonnen ein Plus von rund 3,6 % zu verzeichnen. Für Bremerhaven wird weiterhin ein konstanter Umschlag von 5,5 Mio. TEU (plus 0,5 %) von Standardcontainern erwartet.

„Die Umschlagsentwicklung in Bremerhaven und der Blick auf die Wettbewerbsstandorte insbesondere in Rotterdam und Antwerpen zeigt: Die Vertiefung der Außenweser ist dringend erforderlich, um die Wettbewerbssituation der bremischen Häfen zu stärken und die Leistungsfähigkeit der Häfen für den Wirtschaftsstandort insgesamt zu sichern“, sagt Senator Martin Günthner.

Der Umschlag von Fahrzeugen wird im Jahr 2018 etwa 2,2 Millionen Fahrzeuge betragen. Gegenüber dem Rekordjahr 2017 ist dies zwar ein leichter Rückgang von 3,4 %, bricht aber nicht den positiven Trend der letzten Jahre. Auch hier lassen sich äußere Faktoren als Erklärung heranziehen. Allem voran die aktuelle Betroffenheit der deutschen Automobilindustrie im Rahmen der Dieselmanipulationen. Aber auch die Unsicherheiten über mögliche Strafzölle durch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wirken sich negativ auf den Automobilumschlag in Bremerhaven aus.

Bereits zum dritten Jahr in Folge entwickelt sich aber der Kreuzfahrtverkehr in Bremerhaven ausgesprochen positiv. Nicht nur die Anzahl der Schiffsabfertigungen (109 Abfertigungen entsprechen einem Plus von 29,8 %) stieg in diesem Jahr noch einmal deutlich, sondern es wurden auch rund 238.000 Passagiere, ein deutlicher Zuwachs von 43,7 %, abgefertigt. Senator Martin Günthner sieht im Kreuzfahrtbereich einen Wachstumsmarkt: „Das moderne Bremerhavener Kreuzfahrtterminal konnte seine Wettbewerbssituation im Jahr 2018 weiter deutlich verbessern. Um ein weiteres Wachstum des Kreuzfahrtgeschäftes mit all seinen positiven Wirkungen insbesondere für Bremerhaven zu ermöglichen, haben wir den Neubau der Columbuskaje auf den Weg gebracht. Dies ist ein wichtiger Schlüssel, um die Stellung Bremerhavens auf dem boomenden Kreuzfahrtmarkt weiter auszubauen.“

Günthner hob hervor, dass der Senat in diesem Jahr Sanierungen und Erneuerungen der Hafeninfrastruktur mit einem Gesamtvolumen von mehr als 120 Millionen Euro auf den Weg gebracht hat. „Damit stellen wir sicher, dass die bremischen Häfen auch in Zukunft als Tor zur Welt für Deutschland und Europa die wichtigste Grundsäule der Wirtschaftsstandorte Bremen und Bremerhaven bilden.“, so Senator Günthner abschließend.

 

Howe: „Gutes Jahr für Hafenentwicklung“

bremenports Geschäftsführer Robert Howe bezeichnete das Jahr 2018 als ein gutes Jahr für die Hafenentwicklung. Mit den Senatsentscheidungen für mehrere große Neubauprojekte seien wesentliche Weichen gestellt worden. bremenports Geschäftsführer Robert Howe: „Die Senatsentscheidungen dieses Jahres sind weit mehr als Sanierungsbeschlüsse. Der Neubau der Kajen führt zu einer deutlichen qualitativen Verbesserung der Hafenanlagen und damit auch zu neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten.“

 

Darüber hinaus stehen 2019 weitere wichtige Baumaßnahmen in der Jahresplanung:

 

Bei den internationalen Aktivitäten sind die Überlegungen zum Bau eines Hafens am isländischen Finnafjord ein gutes Stück vorangekommen. Gemeinsam mit einer isländischen Ingenieurgesellschaft und den in der Nähe des Fjords gelegenen Kommunen sind die Verträge zur Gründung einer Entwicklungsgesellschaft ausverhandelt. Mit der Klärung weiterer gesellschaftsrechtlicher Themen sollen

im kommenden Frühjahr alle erforderlichen Verträge unterzeichnet werden. Nach dem Einstieg eines Investors in die Entwicklungsgesellschaft können dann in den kommenden fünf Jahren alle technischen und rechtlichen Voraussetzungen für den Bau eines Mehrzweckhafens im Nordwesten Islands geschaffen werden.

Robert Howe: „Dies ist ein Projekt, mit dem sich bremenports und damit auch Bremen bei einem international beachteten Jahrhundertthema wie der Entwicklung der Arktis sehr weit vorne platzieren kann.“

Erfreulich hat sich auch die Kooperation mit Namibia entwickelt. Für die Hafengesellschaft des Landes führt bremenports Weiterbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter durch. Darüber hinaus prüft die Hafengesellschaft, ihre neu einzurichtende Europazentrale in Bremen anzusiedeln.

Neben den Aufgaben im Hafen ist bremenports auch für den Deichschutz in Bremerhaven zuständig. Auch hier sind die nächsten wichtigen Schritte gemacht worden. Der Seedeich entlang des Fischereihafens ist in einem weiteren Stück fertiggestellt worden. Im kommenden Jahr wird mit dem Deichschutz der Columbusinsel das nächste große Projekt in Angriff genommen. Darüber hinaus wurde eine Leitzentrale geschaffen, die im Falle einer Sturmflut beste Kommunikationsmöglichkeiten bietet.

Anfang des Jahres hat bremenports im Auftrag des Ressorts ein neues Marketing-Konzept vorgelegt. Dies war erforderlich, weil VIA Bremen seine operative Tätigkeit eingestellt hat. Jetzt gibt es eine klare Struktur mit der Bremischen Hafenvertretung als Interessenvertretung der Hafenwirtschaft und bremenports als für das Hafenmarketing allein verantwortliche Organisation.

 

Eine Vorausschau auf 2019 zeigt den Umfang der Aktivitäten:

Es gibt in Kooperation mit der Hafenwirtschaft ca. 10 Logistics Talks, bei denen sich die bremische Hafenwirtschaft ihren Kunden im In- und Ausland präsentiert. Dabei wird insbesondere ein Schwerpunkt bei der neuen Kooperation mit Tschechien gesetzt.

Erfolgreich ist auch das Thema Messebeteiligung. Im kommenden Jahr organisiert bremenports acht Gemeinschaftsstände der Hafenwirtschaft auf Messen in Asien, Südamerika, USA und Europa.

Ein großer Erfolg war zudem die Breakbulk Europe, die erstmals in Bremen stattgefunden hat mit 10.000 Besuchern aus aller Welt. Am von bremenports organisierten Gemeinschaftsstand haben sich dreißig bremische Unternehmen präsentiert. Die Neuauflage in 2019 im kommenden Jahr ist gesichert. bremenports arbeitet mit dem Ressort, der Messe Bremen und der Tourismuszentrale intensiv daran, die privaten Veranstalter davon zu überzeugen, auch längerfristig in Bremen zu bleiben. Robert Howe: „Wir wissen, dass auch andere Städte sehr viel tun, um diese Veranstaltung für sich zu gewinnen. Insofern ist dies bislang noch ein offenes Rennen.“

In den kommenden zehn Jahren werden bei bremenports rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden, dies ist rund ein Drittel der Belegschaft. Die Notwendigkeit zur personellen Erneuerung stellt das Unternehmen vor eine große Herausforderung, die bislang gemeistert werden konnte. So haben alleine in diesem Jahre 25 neue Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit in der Hafengesellschaft aufgenommen, ein Beleg dafür, dass bremenports als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Eine große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Thema Ausbildung zu. Mit derzeit 38 Auszubildenden hat bremenports eine Ausbildungsquote von über 10 Prozent und bietet ein breites Spektrum von Berufsbildern sowohl im gewerblich-technischen als auch kaufmännischen Bereich. Hinzu kommen inzwischen auch drei Studenten, die bei bremenports die Praxisphase ihres dualen Studiums absolvieren.