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Hochwasserschutz – Hauke Haien reitet digital daher

Es war der 05. Dezember 2013. Der Wind hatte im Laufe des Tages immer mehr aufgefrischt. Schließlich drückte ein Orkan mit 125 Kilometern pro Stunde die Fluten in die Wesermündung. Der Betrieb der Schleusen wurde eingestellt, alle Öffnungen in den Deichen geschlossen. Die Prognosen gingen von vier Metern über dem Normalhochwasser aus. Am Ende waren es drei Meter und damit der dritthöchste jemals in Bremerhaven gemessene Wasserstand. Das für solche Wetterlagen vorgesehene Katastrophenschutzprogramm wurde von bremenports in großer Professionalität abgearbeitet. Und dennoch gab es nach der Bewältigung der Sturmflut eine kritische Aufbereitung der Lage und danach die feste Überzeugung: Das können wir noch besser.

Die Deichlinie in Bremerhaven zieht sich vom CT 4 im Norden bis zur Landesgrenze an der Luneplate im Süden der Stadt, alles in allem 22 Kilometer. Es gibt das Sturmflutsperrwerk und das Tidesperrwerk, es gibt die Schleusen und Kajen, die als Hochwassersperren funktionieren. Es gibt Deiche und Spundwände, eine Vielzahl von Bauwerken, die im Falle X zu funktionieren haben. „Grundsätzlich sind wir gut gewappnet. Und die Vorwarnzeit bei Sturmfluten reicht aus, um die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen“, so der zuständige Abteilungsleiter Manfred Brandt. „Aber Unwägbarkeiten gibt es bei solchen Ereignissen natürlich immer.“

Gerade im Katastrophenfall kommt der Kommunikation vor und während der Krise allergrößte Bedeutung zu. Und so reifte die Überlegung, eine Einsatzzentrale zu schaffen, in der sämtliche Informationen zusammenlaufen und ausgewertet werden. Brandt: „Es geht letztlich auch darum, in einer schwierigen Lage das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und der Medien professionell bedienen zu können. Mit der neuen Einsatzzentrale schaffen wir hier eine ganz neue Qualität.“

Gesucht und gefunden wurde der Raum „Neuer Hafen“ direkt neben dem großen Besprechungsraum im 12. Stock des Sail City. Der Raum bietet ausreichend Platz für Einsatzleitung, Einsatzstab, Katastrophenschutz, Telefondienst und Pressesprecher, er ermöglicht durch die Nähe zum „Raum Weser“ größere Einsatzbesprechungen oder auch Pressekonferenzen. Auf sechs Monitoren wird dort im Einsatzfall künftig das Geschehen entlang der Hochwasserschutzlinie verfolgt werden können. Hier laufen die professionellen Prognosen der Wetterdienste ein, Live-Videobilder liefern aktuelle Momentaufnahmen von den technischen Anlagen längs der Bremerhavener Deichlinie. Manfred Brandt: „Selbstverständlich hatten wir jede dieser Informationen auch bislang schon. Aber jetzt setzt sich das Puzzle zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen. Und jeder in der Einsatzzentrale kann unmittelbar auf die für ihn wesentlichen Daten zugreifen.“ Rechner und Monitore sind beschafft, die erforderlichen Umbauarbeiten sind abgeschlossen: Für die nächste Sturmflutsaison ist bremenports bestens vorbereitet.

Vor 130 Jahren hatte Deichhauptmann Hauke Haien von seinem Schöpfer Theodor Storm lediglich einen klapprigen Schimmel zur Verfügung gestellt bekommen. Hauke Haien musste tragisch scheitern. Heute muss Hauke Haien nicht mehr über die Deiche galoppieren. Heute arbeitet er digital.