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Kaffee und Kaffeerösterei in Bremen - die deutsche Kaffee-Hauptstadt

Bei Bremer Kaffee klingeln bei den meisten Namen bekannter Marken und Kaffeeröstereien wie Jacobs, Azul oder HAG in den Ohren. Die bremischen Häfen sind die wichtigsten Importstationen für Kaffee in Deutschland, und das schon seit Jahrzehnten. Fast jede zweite Bohne wird über Bremen oder Bremerhaven importiert. Seit einigen Jahren kommen viele Kleinröstereien wie Lloyd Caffee oder Cross Coffee hinzu: Bremen ist die Kaffeehauptstadt Deutschlands.

Oliver Kriegsch (links) und Kevin Windhorst (rechts) knüpfen an eine lange Tradition Bremens als Kaffeestadt an: Sie gründeten mit „Cross Coffee“ eine Kaffeerösterei in der Hansestadt. © Pressedienst Bremen

Wenn Oliver Kriegsch Kaffee zubereitet, ist das eine kleine Zeremonie. Er legt den Papierfilter in den Porzellan-Halter und gießt kurz heißes Wasser darauf. „Das öffnet die Poren, spült den Papiergeschmack weg und wärmt die Keramik vor“, erklärt er. Das durch den Filter gelaufene Wasser schüttet er anschließend weg. Auf den nassen Filter gibt er 12 Gramm frisch gemahlenes Kaffeepulver pro Tasse. „Das Verhältnis von Kaffee und Wasser ist wichtig“, sagt Kriegsch. Schließlich kommt schwallartig das 92 Grad heiße Wasser über das Pulver. Es duftet. Der Kaffee ist fertig.

Oliver Kriegsch hat 2013 seine Kaffeerösterei in Bremen gegründet: Cross Coffee. Geröstet wird im Hafengebiet, verkauft wird vor allem über das Internet. Kriegsch knüpft mit seiner Unternehmensgründung an eine lange Tradition Bremens als Kaffeestadt an. Diese verdankt die Hansestadt dem Niederländer Jan Jahns von Huisten, der das Kolonialgetränk nach Bremen brachte. Auf sein Betreiben genehmigte der Rat der Stadt Bremen im Jahr 1673 das erste öffentliche Kaffeehaus Deutschlands.

Erste Kaffeefabrik Europas stand in Bremen

Vor über 100 Jahren gründete dann Ludwig Roselius in Bremen Kaffee Hag. Es war nicht nur die erste Kaffeefabrik Europas, sondern auch weltweit das erste Unternehmen, das koffeinfreien Kaffee verkaufte. Die Bohnen aus Übersee wurden im Bremer Hafen umgeschlagen. Da lag es nahe, dass sich auch weitere Kaffee-Unternehmen in der Hansestadt ansiedelten. „In der Hoch-Zeit des Kaffees ab Anfang der 1920er Jahre gab es um die 250 Kaffeeröstereien in Bremen“, erzählt Christian Ritschel, Geschäftsführer und Röstmeister von Lloyd Caffee, einer der ältesten Privatröstereien in Bremen. Der Erfolg hielt nicht ewig. „Problematisch wurde es, als die Supermärkte aufkamen und der Kaffeepreis sank“, erklärt Ritschel. Röstereien fusionierten oder gaben ganz auf.

Geschäftsführer und Röstmeister Christian Ritschel leitet die Geschicke von Lloyd Caffee. Seit fünf Jahren ist eine der ältesten Privatröstereien Bremens im ehemaligen Fabrikgebäude von Kaffee Hag ansässig. © Pressedienst Bremen

Noch heute haben einige Branchengrößen ihren Sitz in der Hansestadt: Melitta, Mondelez mit den Marken Jacobs, Kaffee Hag, Tassimo und Onko sowie Azul und Westhoff. Bremen ist die größte Rösterei im Melitta-Konzern, produziert hier rund 500.000 Packungen täglich. In Weyhe, direkt vor den Toren Bremens, röstet Aldi Nord seinen Kaffee. Andere große Marken können ihre Herkunft auf Bremen zurückführen, etwa Eduscho, 1924 von Eduard Schopf in Bremen gegründet, heute eine Marke von Tchibo. Das ehemalige Eduschogebäude trägt heute als Kaffeequartier in der Bremer Überseestadt noch Reminiszenzen an die alte Zeit. Außer diesen industriellen Röstereien haben sich neben Cross Coffee weitere kleine, aber feine Kaffee-Hersteller etabliert.

Eine Liste weiterer kleiner, aber feiner Kaffee-Hersteller und noch mehr Informationen zum Thema finden Sie hier…

(Quelle: WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH)