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Zwei Städte – ein Hafen

Klappschuten sind die verlässlichen Lastesel der bremischen Häfen

Sie haben ihren Heimathafen direkt bei der letzten Kneipe vor New York. Am bremenports-Anleger im Kaiserhafen liegen die Klappschuten aufgereiht wie an einer Perlenschnur.

Klappschuten sind tagein und tagaus auf der Weser unterwegs. Gefüllt mit etwa 1000 Tonnen wässrigem Schlick, den der Eimerkettenbagger in den bauchigen Laderaum der Schute entleert hat. Wenn der Bagger Bremerhaven in Bereichen baggert, in denen der Schlick mit Schadstoffen belastet ist, tuckert die Schute 60 Kilometer weseraufwärts. Je nach Tide ist die Schute vier bis 7 Stunden unterwegs, vorbei an Nordenham, Brake, Harriersand, bis schräg gegenüber von den Bremer Stahlwerken, wo der Spüler Seehausen wartet. Der „schlabbert“ die wässrige Fracht in nur 25 Minuten aus dem Bauch der Schute und spült den Inhalt durch ein zwei Kilometer langes Rohr zu den Spülfeldern der Baggergutdeponie.

In Teilen des Hafens hat die Schlammfracht heute bereits keine kritische Schadstoffbelastung, so dass die Schuten einen kürzeren Weg haben. Auf der Weser Richtung Nordsee gibt es zwei Stellen, die für eine Verklappung zugelassen sind. Dort öffnet die Schute mit einem Klappmechanismus ihren stählernen Bauch und entlässt den Schlick in Sekundenschnelle in die Weser.

Der Besuch auf der Klappschute 5 zeigt, dass diese mit fast 50 Jahren immer noch zum Modellprojekt taugt. Seit Mai fährt KS5 mit GtL. Das steht für Gas to Liqiud und ist allemal umweltverträglicher als das herkömmliche Schiffsdiesel. Man sieht es schon an der Abgasfahne:  Diese ist heller, beinhaltet weniger Russ und kein Schwefel. Das zeigt, dass ein Schiff auch auf seinen älteren Tagen durchaus noch für neue Antriebsarten umgerüstet werden kann. Auf ein halbes Jahr ist der Modellversuch ausgelegt. Dann wird entschieden, ob der Erfolg die etwas höheren Unterhaltungskosten rechtfertigt. Betankt wird KS 5 vom LKW aus, denn die Bunkerschiffe, die im Hafen für Betankung sorgen, sind bislang noch nicht auf diesen synthetischen Kraftstoff ausgelegt. Eine Klappschute schluckt 90 Liter pro Stunde, macht bei einer sieben Stunden Tour nach Bremen mehr als 600 Liter Treibstoff.

Auf die Klappschuten der bremischen Häfen ist  Verlass und das ist auch notwendig, um das Versprechen von bremenports halten zu können. Hafenverfügbarkeit 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag.