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2021/5 | Maritime Vielfalt

Klimaanpassung im Fokus

Klimaänderungen, und damit Veränderungen der Luft- und Wassertemperatur, des Niederschlages, der Eisbedeckung, des Wasserstandes, der Windstärke, der Windrichtung oder des Seegangs, haben unmittelbaren Einfluss auf Seeschifffahrt und Seeschifffahrtsstraßen. Wie geht man mit diesen Themen in den Häfen um? Niedersachsen Ports und bremenports haben dies auf ihrem 9. Netzwerktreffen diskutiert.

„Klimaschutz und Klimaanpassung stehen auf der Tagesordnung der Hafenentwicklung ganz oben“, so bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. Mit dem Forschungsprojekt SHARC (Smart Harbour Application Renewable Integration Concept), mit dem Wege zum CO2-neutralen Hafen aufgezeigt werden, habe bremenports gemeinsam mit Partnern für den Überseehafen eine wertvolle Grundlagenarbeit geleistet. Aber auch verschiedene Hochwasserschutzprojekte und die Mitwirkung am deutschen Forschungsprojekt “Nordwest 2050“, das sich mit Anpassungsstrategien an den Klimawandel auseinandersetzt, zählen zu aktuellen Themen.

Lena Lankenau von bremenports stellte Ergebnisse aus dem Projekt „Portklima“ vor. Hier werden mit der Hochschule Bremen Bildungsmodule zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt. Hierbei werden vier Stufen eines  Klimaanpassungskonzeptes für Häfen beschrieben: Problemstellung und Zielsetzung definieren, Klimainformationen zusammenstellen, Verwundbarkeiten und Risiken aufzeigen und Anpassungspfade, -optionen entwickeln.

Für Niedersachsen Ports stellte Janis Habdank das EU-INTERREG Projekt NON-STOP (New smart digital Operations Needed for a Sustainable Transition in Ports) vor. Im Projekt wird ein zukunftsfähiges Wasser- und Sedimentmanagementsystem für den Emder Hafen entwickelt, das sich u. a. mit der Hinterlandentwässerung befasst. Hier könnte der Hafen in Zukunft ein noch wichtigerer Akteur werden, indem ggf. noch mehr Wasser als bisher über den Hafen in die Ems abgeleitet wird. Doch ein vermehrter Zufluss von Süßwasser aus dem Hinterland kann die Hafenunterhaltung beeinflussen. Zusätzlich erhobene Gewässerdaten sowie eine Verknüpfung und Visualisierung in einem digitalen Monitoringsystem werden künftig bei der Prozessüberwachung unterstützen.

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