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Kommt ein Seeadler geflogen

Gleich drei Arbeitsschiffe der bremenports im Dock
Etwa alle zwei Jahre gehen die Arbeitsschiffe der Hafengesellschaft bremenports in die Werft auf „Schönheitskur“, um „aufgehübscht“ und instandgehalten zu werden. In diesem Jahr waren der ‚Taucher bremenports‘ und ‚Seeadler‘ an der Reihe. Mit der ‚Möwe‘ gesellte sich dann noch das dritte Schiff ins Dock.

Konservierungsarbeiten an Unterwasserschiff und Freibord
Ganz wie im wahren Leben mussten sich alle drei Schiffe erst einmal einer gründlichen Hochdruck-Wäsche unterziehen. Waren Unterwasserschiff, der Freibord sowie sämtliche Böden und Seiten quasi porentief rein, ging es darum, angegriffene Stellen abzuschleifen und neu zu versiegeln. Auch der Schwingerkasten des ‚Seeadlers‘ für das Vermessungsequipment wurde gereinigt und überprüft. Das Überwasserschiff wurde neu konserviert und das Unterwasserschiff bekam zusätzlich eine TBT-freie Antifouling-Beschichtung. Diese soll verhindern, dass Korallen oder ähnlicher Bewuchs sich an der Schiffshaut festsetzen.

Reparatur und Austausch von wichtigen Betriebsteilen
An allen Schiffen wurden verschiedene, wichtige Betriebsteile wie die Ruder- und Wellenlose, die Zinkanoden/Magnesiumanoden an der Außenhaut und der Propeller geprüft, bei Verschleißerscheinungen bearbeitet oder sogar ausgetauscht. Über einen neuen Bordkran darf sich der Schiffsführer des Taucherschiffs freuen. Hinzu kommen diverse Kleinreparaturen, die während der Betriebszeit nicht behoben werden konnten sowie der Austausch oder die Neumontage von verschiedensten Bauteilen an Bord, wie beispielweise ein neuer temperaturgesteuerter Lüfter im Rudermaschinenraum des ‚Seeadlers‘.

Exotische und unerwartete Entdeckung
Mit der ‚Möwe‘ gesellte sich dann noch das dritte Arbeitsschiff der bremenports ins Dock. Hier kam es ganz unerwartet in diesem Jahr zu einem starken Bewuchs durch eine neu hier niedergelassene Korallenart. Der sogenannte Tüten-Kalkröhrenwurm hatte dafür gesorgt, dass auf der Möwe das Bugstrahlruder keine Leistung mehr hatte. Zwar waren der Befall auch bei den anderen drei Schiffen zu erkennen, jedoch nicht diesem Ausmaß.

Der Tüten-Kalkröhrenwurm (Ficopomatus enigmaticus, Synonyme: Mercierella enigmatica, australian tubeworm) stammt aus der südlichen Hemisphäre und wurde offensichtlich im Zuge der zahlreichen Transporte von Rohstoffen, Waffen und Truppen im 1. Weltkrieg nach Europa und Nordamerika eingeschleppt. Der Wurm liebt Brackwasser und findet bei warmen Sommern auch hier im Norden in manchen Hafenbecken offenbar optimale Lebensbedingungen, um sich  massenhaft und rasant ausbreiten. bremenports hat nun mehrere Proben an Meeresbiologen geschickt und wartet auf deren Expertise.