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Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Umschlag in den ersten drei Quartalen rückläufig: Veröffentlicht am 21. Dezember 2020

Pressemitteilung der Senatorin für Wissenschaft und Häfen

Bilanz der bremischen Häfen zu den ersten neun Monaten

Dieses Jahr ist geprägt von der Coronapandemie. Das haben auch die bremischen Häfen zu spüren bekommen. So wurden an den Kajen und Terminals in Bremen und Bremerhaven in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 48,6 Millionen Tonnen umgeschlagen, davon 24,5 Mio. im Empfang und 24,1 Mio. im Versand. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Minus von 9 Prozent. Der in den ersten drei Quartalen erzielte Umschlag setzt sich zusammen aus dem Umschlag der Hafenanlagen in Bremen-Stadt mit 7,3 Mio. Tonnen (minus 25,4 Prozent) und Bremerhaven mit 41,3 Mio. Tonnen (minus 5,4 Prozent). Besonders die Rückgänge im Europa- (minus 8 Prozent) und im Amerikaverkehr (minus 26,4 Prozent) sind für diese Ladungsverluste ursächlich. Diese können auch nicht durch die höheren Chinaverkehre (plus 10,7 Prozent) aufgefangen werden.

Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling: „Die Coronapandemie wirkte und wirkt sich auf die weltweiten Lieferketten aus, in die die deutschen und europäischen Industrien und somit auch die bremischen Häfen integriert sind. Trotz der teilweisen Erholung des Welthandels seit dem Sommer, konnten die massiven Ladungsverluste aus der ersten Jahreshälfte nicht kompensiert werden.“

Die Hafenanlagen in Bremerhaven werden vom Stückgutumschlag geprägt. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden in Bremerhaven 40,8 Mio. Tonnen Stückgüter (minus 5,8 Prozent) und 0,5 Mio. Tonnen Massengüter (plus 47 Prozent) verschifft und angelandet. Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen des pandemiebedingten Lockdowns beim Automobilumschlag mit einem Minus von 26,9 Prozent.

Der Containerumschlag verzeichnete mit 37,8 Mio. Tonnen ein Minus von 4,7 Prozent und mit knapp 3,5 Mio. Standardcontainern (TEU) ein Minus von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gründe für den Rückgang sind neben den Auswirkungen der Coronapandemie, auch die Terminalüberkapazitäten in der Nordrange. Gerade Rotterdam und Antwerpen haben in der Vergangenheit viele Kapazitätserweiterungen vorgenommen.

Das Kreuzfahrtgeschäft in Bremerhaven ist im Jahr 2020 pandemiebedingt nahezu völlig zum Erliegen gekommen. Es konnten nur 6 Schiffsabfertigungen (115 Abfertigungen im Jahr 2019) mit 2.596 Passagieren, gegenüber 246.995 Passagieren im Jahr 2019, durchgeführt werden.

In den bremischen Häfen ist zum Vergleichszeitraum des Jahres 2019 auch ein deutlich schwächerer Massengutumschlag von 6,1 Mio. Tonnen (minus 16,8 Prozent) erzielt worden. Hierbei ist zu beachten, dass der Umschlag von flüssigen Massengütern mit 1,2 Prozent (1,6 Mio. Tonnen) eine leicht positive Entwicklung nahm, während die trockenen Massengüter mit minus 21,8 Prozent (4,5 Mio. Tonnen) deutlich eingebrochen sind.

Senatorin Dr. Schilling blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft: „Wir werden weiter zukunftsgerichtet in unsere Häfen investieren, wie zum Beispiel in die Weiterentwicklung unserer Kajen und in den Ausbau der Hinterlandanbindung. Denn ich bin mir sicher, dass die Kernbereiche unserer Häfen, der Container- und Automobilumschlag, wieder die Chance bekommen zu wachsen. Dazu hat das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in diesem Jahr eine positive Perspektive aufgezeigt. Vergessen sollten wir auch nicht das Kreuzfahrtgeschäft. Nach Überwindung der Krise werden wir dort wieder deutliche Zuwächse erleben. Entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der bremischen Häfen bleibt für mich jedoch die Anpassung der Fahrrinne der Außenweser. Ich setze darauf, dass der Bund schnellstmöglich verbindlich die Weichen dafür stellt, dass wir den Reedereien eine noch bessere Erreichbarkeit für voll beladene Containerschiffe bieten können. Das ist und bleibt der wesentliche Faktor im harten Wettbewerb.“

Ansprechpartner für die Medien:
Sebastian Rösener,
Pressesprecher bei der Senatorin für Wissenschaft und Häfen
Tel.: (0421) 361-83155
E-Mail: sebastian.roesener@wissenschaft.bremen.de