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2022/1 | Maritime Wissenschaft

Risiken bei der Einführung von KIs in der maritimen Wirtschaft

Unsere Beispiele in den letzten Ausgaben des Newsletters zeigen: In so ziemlich jedem Bereich der maritimen Wirtschaft wird fleißig an KI-Lösungen gearbeitet. Die Optimierungen, die KIs bieten, führen zu deutlichen Kosten- und damit Wettbewerbsvorteilen der jeweiligen Unternehmen in absehbarer Zeit. Zu einem Massenphänomen ist sie jedoch noch nicht geworden. Viele Projekte finden sich in der Erprobungsphase. Aber in einigen Bereichen gibt es bereits erste Anwendungen, die kommerziell verfügbar sind. Damit die Einführung von KI der maritimen Supply Chain nützlich sein kann, müssen auch die Risiken im Auge behalten werden.

Komplexität

Im Gegensatz zum Auto ist die Erprobung von autonomen Systemen auf dem Meer deutlich komplexer. Autos haben eine begrenzte Größe und einen klar absehbaren Aktionsradius, ihre Erprobung ist daher einfach einzurichten. Die Erprobung einer KI auf einem Schiff ist aufwendiger: Auf hoher See sind Systeme unzugänglicher, das Katastrophenpotenzial wie auch die Erprobungskosten sind höher. Häufig kommt es auf See oder im Hafen zu unbekannten Situationen.

Daten

Eine KI braucht Daten, nach dem Motto: je mehr, desto besser. Unternehmen, die KIs entwickeln wollen, müssen deshalb über eine entsprechende Datenbasis aufbauen. Gerade bei Vorhaben, welche mehrere Dienstleistende umfassen – über verschiedene Logistikketten hinweg, müssen alle Partien bereit sein, Daten und Schnittstellen bereitzustellen. Obwohl solche Kooperationsprojekte für alle Beteiligten häufig die größten Optimierungspotenziale bedeuten, kann es eine Herausforderung sein, Dritte dazu zu überreden, ihre Daten beizutragen.

Ressourcen

KI-Projekte benötigen Zeit – mindestens sechs bis zwölf Monate – sowie Ressourcen. Da der Mittelstand selten über entsprechende Entwicklungskenntnisse verfügt, muss Know-how eingekauft werden. KI-Talente sind jedoch rar gesät und gut bezahlt.

Regularien

Zudem können Maritime Vorschriften leicht dem technologischen Fortschritt hinterherhinken. Das gilt besonders im Bereich der KI und bei robotischen Anwendungen.

Cyberangriffe

Ein weiteres Risiko ist sind Cyberangriffe. Je mehr auf Vernetzung und Digitalisierung gesetzt wird, desto höher liegen die Gefahren von Computerattacken.

Ängste

Innerhalb des Unternehmens kann eine Einführung von KI bei Angestellten zu Angst führen. Das Stichwort „Künstliche Intelligenz“ wird oft assoziiert mit dem Ersatz von Arbeitskräften durch Maschinen – besonders wenn von Robotern und autonomen Fahrzeugen die Rede ist. Diese Angst kann vor allem unter den Angestellten für Unruhe, Sorgen und im schlimmsten Fall zur Manipulation von KI-Projekten führen – oder dem Unwillen, auf derartige Technologien zurückzugreifen.

Fachkräftemangel

Zudem kommt der wachsende Fachkräftemangel, der sich aufgrund von demographischen Entwicklungen eher verstärken wird. Ohne robotische Helfer wird es künftig nicht mehr möglich sein, alle Aufgaben zu erfüllen, die eine globalisierte Wirtschaft mit sich bringt.

Im nächsten Newsletter geben wir Tipps zur Überwindung dieser Risiken und zur erfolgreichen Einführung von KI in der maritimen Branche.

Dieser Artikel erschien in der Kategorie ‚Maritime Wissenschaft‘
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