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Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Rückenwind für Hafenbau am Finnafjord Veröffentlicht am 26. Oktober 2018

Verhandlungen über Eckpunkte des Projektes abgeschlossen / Günthner: „Chance für nachhaltige Entwicklung der Arktis“

Die Pläne zum Bau eines Hafens im Nordosten Islands werden konkret. Die Hafengesellschaft bremenports hat sich mit den isländischen Partnern EFLA sowie mit den Gemeinden Langanesbyggð und Vopnafjarðarhreppur auf einen konkreten Zeitplan für die Gründung einer Finnafjord Port Development Gesellschaft (FFPD) und einer Finnafjord Port Authority (FFPA) geeinigt, die das Grundgerüst für die Entwicklung und Administration des künftigen Hafens bilden werden. Die Grundzüge der Einigung hat bremenports-Geschäftsführer Robert Howe anlässlich des Arctic Circle in Reykjavik vorgestellt. Nach diesem Zeitplan wird bis zum Jahresende 2018 ein Gesellschaftsvertrag gezeichnet, der vorsieht, dass bremenports in der FFPD zunächst eine Mehrheit der Anteile halten wird. In einem nächsten Schritt wird ein Finanzinvestor in die Gesellschaft einsteigen und das für die weiteren Planungen erforderliche Kapital in die Gesellschaft einbringen.

Treffen auf dem Arctic Circle in Reykjavik: v.l.n.r. Guðlaugur Þór Þórðarson (Gudlaugur Thor Thordarson), Außenminister von Island, Robert Howe, Geschäftsführer bremenports, Robert Ludwig Beck, Botschafter, Elías Pétursson, Bürgermeister von Langanesbyggð/ Þórshöfn (Thorshovn)

Auf bremischer Seite hatte der Senat mit einem Grundsatzbeschluss im Jahr 2017 die Voraussetzungen für die Gründung der neuen Gesellschaft geschaffen. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner: „Das Hafenprojekt auf Island bietet eine konkrete Langzeitperspektive für eine Entwicklung, die sicherlich über mehrere Jahrzehnte gehen wird. Es schafft Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung der Arktis und trägt dazu bei, sich entwickelnde neue Schifffahrtsrouten sicherer zu machen. Zudem bietet das Projekt große Entwicklungschancen für eine strukturschwache Region. Es ist eine Auszeichnung, dass bremenports sich auf Bitten Islands federführend an diesem Projekt beteiligen kann.“

Das FFP-Gelände ist sehr groß. Hier können mehr als 6 km Kajen entstehen und mehr als 1.200 Hektar Hinterland entwickelt werden. Das Gebiet ist nahezu unbewohnt und bietet für den Bau des Hafens hervorragende geologische Möglichkeiten. So ist das Wasser in der Bucht annähernd 20 Meter tief. Der Wellengang ist auf dieser Seite Islands besonders niedrig und die Bucht selbst durch eine vorgezogene Landzunge noch einmal besonders geschützt. Anders als an den anderen Fjorden Islands oder in der weiteren Arktis ist das Hinterland nicht gebirgig, sondern flach. Dies bietet die Möglichkeit, hafenaffine Industrie anzusiedeln und mit regenerativ erzeugter Energie zu versorgen. Für eine Realisierung eines Hafens in dieser abgelegenen Region spricht zudem, dass die erforderlichen Baumaterialien zu großen Teilen direkt aus dem Boden gewonnen werden können. Mit den Eigentümern der Landflächen wird vereinbart, dass sie ihre Rechte in einen Pool einbringen, aus dem sie später ihre Pachtanteile beziehen werden.

Die an dem Projekt beteiligten Gemeinden haben zusammen etwa 500 Bewohnerinnen und Bewohner. Größter Arbeitgeber in der Region ist die Fischindustrie. Deren Entwicklung ist angesichts der sich verändernden klimatischen Bedingungen von Unsicherheiten geprägt. Interesse der Gemeinden ist es deshalb, mit der Entwicklung des Hafens neue Perspektiven für die einheimische Bevölkerung zu schaffen und die soziale Infrastruktur vor Ort langfristig zu sichern und auszubauen.

Große Veränderungsmöglichkeiten werden in der Arktis unter anderem durch die Veränderungen der Schifffahrtsrouten erwartet. Bei einer ganzjährigen Befahrbarkeit der Nordostpassage zwischen Asien und den USA würden sich die Fahrzeiten um mehr als 10 Tage reduzieren. Der Finnafjord bietet sich in diesem Zusammenhang als Basishub für einen Universalhafen an, von dem aus die Weiterverteilung der Güter in den jeweiligen Zielregionen erfolgen kann.

Mit zunehmendem Schiffsverkehr gibt es zudem einen dringenden Bedarf an einem Seenotrettungshafen. Weitere Planungsüberlegungen gehen dahin, eine Anlage zur Gewinnung von Wasserstoff zu entwickeln, der zugleich für die Entwicklung einer nachhaltigen Schifffahrt in der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen könnte.

bremenports Geschäftsführer Robert Howe unterstreicht in diesem Zusammenhang den nachhaltigen Projektansatz: „Die Veränderung des Klimas wird zu einer wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region führen. Es ist von globaler Bedeutung, dass diese Entwicklung sich an strengsten Nachhaltigkeitskriterien orientiert. Für die isländischen Partner und für uns ist es unverzichtbar, dass die Hafenplanung am Finnafjord in allen Phasen des Projektes an strengen ökologischen Kriterien ausgerichtet wird.“

Für diese Entwicklung sei zudem ausreichend Zeit einzuplanen. Nach Abschluss der Planungen sollen Konzessionen für den Hafen vergeben werden. Die Baukosten sind dabei vollständig von den Konzessionsnehmern zu tragen.

Erforderlich sind zudem Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. So müssen Straßen gebaut, und Energie, Wasser und Telekommunikationsnetze errichtet werden. Auch in dieser Frage steht bremenports mit einer interministeriellen Arbeitsgruppe Islands in Verbindung. Angesichts der Dimension des Projektes gehen die Vertragspartner davon aus, dass die vollständige Realisierung des FFP 40 Jahre dauern wird.

Die jetzt vorliegenden Verträge sind in einem nächsten Schritt von den Aufsichtsgremien der beteiligten Partner zu genehmigen. Die endgültigen Unterschriften sollen dann bis Ende des Jahres erfolgen. Daraufhin ist dann die Beteiligung eines Finanzinvestors vertraglich zu vereinbaren.

Für die isländische Regierung bezeichnete der zuständige Minister für Transport und Local Government, E. Sigurdur Ingi Johansson, den Hafen am Finnafjord als bedeutendes isländisches Infrastrukturprojekt für die arktische Entwicklung. Zugleich hob er die gute Zusammenarbeit mit bremenports hervor.

„Für bremenports ist es Auszeichnung und Herausforderung, federführend an der Entwicklung eines solchen nachhaltigen Projektes beteiligt zu sein“, so bremenports Geschäftsführer Robert Howe. Der jetzt verhandelte Rahmenvertrag setze die Vorgaben des Bremer Senats umfassend um und sichere den Einfluss der Hafenmanagementgesellschaft auf die weitere Gestaltung des Projektes. „Es ist selbstverständlich, dass ein solches Projekt nur gelingen kann, wenn die Partner sich über die Grundzüge des Projektes eindeutig verständigt haben. Die jetzt erarbeiteten Verträge schaffen diese Klarheit.“

Holger Bruns Pressesprecher

bremenports GmbH & Co. KG

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