x

2021/2 | bremenports intern

Seabin sammelt Plastik aus dem Kaiserhafen

„Kleinvieh macht auch Mist!“ In diesem besonderen Fall ist der Mist aus Müll und Plastik. Und der Eimer, der den Müll aus dem Hafengewässer fischen soll, heißt Seabin. Befestigt an an einem Ponton schwimmt der kleine Meeresmülleimer auf der Wasseroberfläche und saugt kontinuierlich Wasser durch ein Filtersystem, um so das Gewässer zu reinigen und die Umwelt zu schützen. 20 Liter fasst der wasserdurchlässige Beutel, in dem der Müll gesammelt wird. Die Seabin soll bis zu vier Kilogramm Plastik pro Tag aus dem Wasser entfernen können. Dabei werden Partikel ab einer Größe von 2mm aus dem Wasser gefiltert. Dieser Abfall kann gesammelt und getrennt entsorgt oder recycelt werden.

Entwickelt wurde die Seabin von einem australischen Unternehmen, das seit 2018 die Meeresmülleimer kommerziell vertreibt. Bis zum heutigen Tag werden weltweit bereits rund 860 Seabins in Häfen, Marinas und Flüssen eingesetzt. Die Australier wenden sich dabei an Unternehmen, Regierungen, gemeinnützige Organisationen und NGO`s. In Deutschland gibt es neben der Anlage in Bremerhaven zwei weitere in Emden und Wilhelmshaven.

Der Meeresmülleimer ist eine neue, vergleichsweise günstige und kontinuierliche Möglichkeit, um in kleinem Maßstab Müll, insbesondere Plastik, das an der Wasseroberfläche schwimmt, aus den Gewässern zu entfernen. Neben diesem ganz praktischen Nutzen wird mit einer Seabin auf die Verschmutzung unserer Gewässer durch Plastik aufmerksam gemacht und das Bewusstsein für eine saubere Umwelt gestärkt.

Die Seabin im Überseehafen ist an einem Ponton montiert, so dass sie nach einer Testphase auch an einem anderen Ort im Hafen eingesetzt werden kann. Die externe Stromversorgung kann durch eine Solar-Anlage ersetzt werden, so dass die Seabin autark mit einer regenerativen Energieversorgung betrieben werden kann. Der Meeresmülleimer besitzt ein ungiftiges und hochbeständiges Anti-Fouling-System, das einen Aufwuchs von Biofilm verhindern und somit eine Reinigung erleichtern soll.

Rund einen Monat nach erstem Einsatz der Seabin fällt das Fazit positiv aus: Der Meeresmülleimer arbeitet gut und fischt hauptsächlich Treibsel und Plastik aus dem Wasser. Besonders gut funktioniert die Seabin bei gutem Wetter und ruhigem Wasser, da sie etwas anfällig für Wind und Wellengang ist. Die Seabin befindet sich aber immer noch in der Testphase. Aktuell wird unter anderem noch weiter daran gearbeitet, dass auch die kleinen Plastikteile, die durch die Maschen des Netzes passen, nicht in die Pumpe gelangen.

Wenn Seabin in der Testphase die Erwartungen erfüllt, kann dann künftig auch untersucht werden, ob mögliche Quellen des Abfalls identifiziert werden können, um so möglicherweise den Eintrag des Mülls zu reduzieren.

Dieser Artikel erschien in der Kategorie ‚bremenports intern
>> Mehr aus dieser Kategorie finden Sie hier…