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2021/4 | Aus dem Archiv

Die Geschichte des Simon-Loschen-Turms

Mit dem Bau des Neuen Hafens war die Errichtung eines Leuchtfeuers an der Schleuse zur Hafeneinfahrt notwendig geworden, um eine sichere Ansteuerung für die Schifffahrt zu gewährleisten.

1853 erbaut, wurde der älteste Festland-Leuchtturm an der Nordseeküste nach seinem Architekten Simon Loschen benannt. Simon Loschen (*1818 † 1902) war in Bremen und Bremerhaven ein wichtiger Vertreter des neugotischen Baustils.

Diesem ist auch die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche entsprungen, die sich in den kirchenähnlichen Anbauten an dem rotbraunen Backsteinturm wiederfindet. Diese beinhalteten Büro- und Wohnräume für die Schleusenwärter und einen Bürobeamten, wurden im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Der Leuchtturm hingegen wurde 1985 komplett saniert und steht seit 1984 unter Denkmalschutz. Das nach wie vor aktive Leuchtfeuer markiert heute noch, zusammen mit einem Unterfeuer, die Mitte der Fahrrinne auf der Weser vor der Geestemündung. 

Das zunächst mit Gas betriebene Leuchtfeuer wurde 1925 elektrifiziert, 1951 automatisiert und seit 1961 wird es ferngesteuert.

Der seitlich angebrachte Ausleger mit Kugeln und Seelaternen diente als Anzeige für Sturmwarnungen.

Bis vor einigen Jahren wurde der Leuchtturm noch für dienstliche Zwecke benötigt, weshalb er 2007 bis 2008 nochmals innen umfassend modernisiert wurde. Bis Mitte 2018 wurde er auch für Trauungen genutzt.

Anders als sein Architekt, welcher gesellschaftlich nicht angenommen wurde und verarmt starb, wurde der Simon-Loschen-Leuchtturm von den Stadtbewohnern ins Herz geschlossen und ist zum Wahrzeichen Bremerhavens geworden.

Der Leuchtturm zählt zu den schönsten weit und breit und ist zu finden an der nördlichen Seite der Schleuse zum Neuen Hafen. Seit 2017 zieren Bildtafeln zwei Seiten des Sockels, die ein Stück von Bremerhavens maritimer Geschichte inszenieren. Aktuell – von bremenports beauftragt und durch das Team Technische Anlagen beaufsichtigt – wird mit Fördergeldern aus dem Denkmalschutz die grüne Stahlkuppel des Simon-Loschen-Turms saniert.

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