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2021/3 | Welthafen International

Gestatten:

Hartwig Weidt

Repräsentant Region West

In den bremischen Häfen hört man dem Kunden zu und auch ungewöhnliche Anforderungen werden schnell, mit kurzen Wegen umsetzt, das ist das, was uns gefällt.

Hartwig Weidt kennt die bremischen Häfen aus vielen Perspektiven: Aus Sicht eines Spediteurs, aus der Sicht eines Kunden im komplexen internationalen Projektgeschäft,  aus der Sicht eines Beraters und nun auch als Repräsentant. Er ist seit Oktober 2019 Repräsentant der bremischen Häfen in den Regionen Nordrein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland und macht sich mit viel Engagement stark in einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands für den Transport über die bremischen Häfen.  

Doch wie ist der geborene Siegener, der heute im „Dreiländereck“ wohnt, zu dieser Aufgabe gekommen? Und was ist für seine Region West typisch? Hartwig Weidt gibt uns einen Einblick und erzählt, warum sein Vater fast jedes Mal auf dem Weg in den Urlaub in Höhe Bremen den Blinker setzte und aus seiner Sicht Unternehmen aus den bremischen Häfen die perfekten Geschäftspartner sind.

Wie beschreiben Sie allgemein ihre derzeitige berufliche Aufgabe? Warum und wie sind Sie Repräsentant der bremischen Häfen geworden?

Ich bin seit 2002 mit der WEIDT CONSULT freiberuflicher Unternehmensberater. Die bremischen Häfen waren für mich beruflich als auch privat schon immer eine wichtige Region. Daher habe ich mich auch immer gewundert, dass sich die bremischen Häfen trotz ihrer Leistungsfähigkeit nicht öfter und deutlicher darstellen. Die Bremer geben halt nicht gerne an, das weiß ich mittlerweile. Das macht sie zwar sehr sympathisch, hilft aber nicht immer weiter.

Initialzündung zum Repräsentanten war dann die Vorstellung eines großen europäischen Hafens bei unserer heimischen IHK. Da ich seit Jahren oder besser seit Jahrzehnten keinen Vertreter der bremischen Häfen bei einer solchen Veranstaltung erlebt hatte, fragte ich in Bremen nach einem entsprechenden Kontakt. Mit bremenports-Marketingleiter Michael Skiba wurde mir damals genau der richtige Ansprechpartner genannt. Beim ersten Treffen hat es sofort gepasst, zumal bremenports zum damaligen Zeitpunkt die Repräsentanzen ausbauen wollte und so ergab sich schnell eine neue, spannende Zusammenarbeit für mich.

Mittlerweile ist dies fast zu einem Herzensprojekt geworden. Ich betreue als Repräsentant die Regionen NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Hierbei sind meine Hauptaufgaben Vorträge, Gespräche mit den Verantwortlichen in den Unternehmen, Institutionen und der Politik. Und ich stelle immer wieder fest, es gibt über die bremischen Häfen so viel zu berichten. Dies führt dann auch immer zu einem interessanten Austausch für beide Seiten. Ganz besonders freuen mich aber immer die positiv überraschten Reaktionen über die Möglichkeiten und die Leistungsfähigkeit des viertgrößten Hafens in Europa. Genau in diesem Moment merke ich, dass es wichtig und gut ist, was ich in meiner Funktion als Repräsentant West seit 2019 mache.

Wofür steht ihre Region und wie würden Sie diese beschreiben? Welche industriellen und logistischen Schwerpunkte gibt es Vorort? Und welche regionalen Gepflogenheiten sind zu beachten?

Meine Heimatregion in NRW ist geprägt von vielen mittelständischen und traditionsreichen Betrieben mit einem hohen Exportanteil. Sie ist eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Deutschland. Alleine 160 Hidden Champions, also zum Teil etwas unbekanntere Weltmarktführer, sind in Südwestfalen hoch innovativ tätig. Dabei setzen Automotive, die Elektroindustrie und der Metall- und Maschinenbau besondere Schwerpunkte. Auch logistisch ist unsere Region sehr gut aufgestellt. Sie liegt zentral und verkehrsgünstig an wichtigen Magistralen. Gleichzeitig ist der Kreis Siegen-Wittgenstein mit 70 % der waldreichste Landkreis Deutschlands. Da ich zudem im Dreiländereck NRW, HE und RP wohne, kenne ich natürlich auch die Leistungsfähigkeit der interessanten Nachbargebiete sehr gut. Als regionale Gepflogenheit darf sicher die hohe Lieferanten- und Kundentreue genannt werden. Das kann ein großer Vorteil, aber hin und wieder auch ein Nachteil bei der Akquise sein.

Welche Beziehung hat Ihre Region zu den bremischen Häfen und was verbinden Sie persönlich mit den Häfen in Bremen und Bremerhaven?

Hochindustrialisierte und exportstarke Regionen sind immer auf gut funktionierende Universalhäfen angewiesen. Somit hatte ich in meinem Leben privat und beruflich irgendwie immer wieder mit Bremen zu tun. Als Kind las ich schon in den Dispoplänen unseres Unternehmens jeden Tag mindestens einmal das Wort Bremen. Selbst wenn wir in Urlaub fuhren, hat mein Vater fast jedes Mal in Höhe Bremen den Blinker gesetzt, um schnell noch eben einen Geschäftspartner zu besuchen. Später habe ich das übrigens ähnlich gemacht. Es war eine unserer Hauptrelationen.

Als Geschäftsführer der Logistik GmbH, eines weltweit tätigen Windkraftanlagenherstellers, wurde Bremen aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit unser Hauptabgangshafen für die vorwiegend komplett gecharterten Schiffe. Das insbesondere auch deshalb, weil wir hier hervorragend Firmen und Partner gefunden haben, die uns kompetent, erfahren, hilfsbereit und freundlich, individuell, schnell und zupackend viele Probleme aus dem Weg geräumt haben. Denn insbesondere im internationalen Projektgeschäft braucht man einen sehr gut funktionierenden Hafen mit guten Unternehmen. Gescheitert wäre diese Beziehung fast einmal an der wirklich schwierigen Situation im Zeitraum 2010 bis 2012 bei den Schwertransporten in die Häfen. Wir wollten aber diese gute Verbindung nicht einfach aufgeben. Durch die seit 2012 von mir mitinitiierte Gesprächsrunde GST mit der Beteiligung der Spitzen aus Senat, Polizei, Verwaltung und Unternehmerkollegen zur Optimierung der Schwerlastverkehre in die bremischen Häfen, konnte diese unmögliche Situation aber sehr effizient und nachhaltig geändert werden. Es ist das enorme Engagement und das sehr gute Gesprächsklima zwischen allen Beteiligten und der gemeinsame Wille, dies schnellstmöglich zu verbessern, der mich bis heute fasziniert. Daher betrachte ich dieses Forum mittlerweile als Vorbild für Gespräche mit Verwaltungen. Er besteht und arbeitet übrigens bis heute.

Zur Person:

Hartwig Weidt ist bereits in einem traditionsreichen Speditions- und Logistikunternehmen aufgewachsen. Da lag es nah, dass er seine berufliche Karriere mit einem Studium zum Diplom-Betriebswirt startete. Er war 18 Jahre Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens WEIDT SPEDITION GMBH u. WEIDT-ISL GMBH mit ca. 150 Mitarbeitern. Zudem ist er Gründungsgesellschafter eines der ersten Stückgutnetzwerke in Deutschland (CTL). 2002 wurde Hartwig Weidt dann selbst zum Inhaber der WEIDT CONSULT. Hier arbeitet er als freiberuflicher Unternehmensberater mit dem Schwerpunkte Logistik, Betriebswirtschaft, Unternehmernachfolge und Interimsmanagement. Aus einer Beratung heraus war er zusätzlich fünf Jahre Geschäftsführer der Logistik GmbH, eines international tätigen deutschen Windkraftherstellers incl. der Baustellenlogistik. Ehrenamtlich ist Hartwig Weidt in verschiedenen Ausschüssen der Landes- und Bundesorganisationen VVWL, BGL, BSK, der IHK und Sozialversicherungsträger tätig, war viele Jahre stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der SVG Westfalen Lippe, Mitglied der Tarifkommission und ist bereits seit 1997 Handelsrichter am Landgericht in Siegen.
Hartwig Weidt ist 1958 in Siegen geboren, wohnt heute im Dreiländereck und hat einen Sohn. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Musiker unter anderem am Schlagzeug, beschäftigt sich mit IT oder fährt Motorrad.

Kontakt:

Unternehmen der bremischen Häfen können die Repräsentanten bei ihren Aktivitäten Vorort als Partner, Türöffner und Kenner der Region nutzen. Hierfür können sie jederzeit gerne mit ihnen in  Kontakt treten:

hartwig.weidt@bremenports.de
Tel.: +49 173 9980255

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