x
Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

„Häfen brauchen einen Green Deal“ Veröffentlicht am 16. Dezember 2019

bremenports-Geschäftsführer Howe sieht bremische Häfen gut aufgestellt / „Weservertiefung ein absolutes Muss“

Die Bremischen Häfen sind grundsätzlich gut aufgestellt. Für die Zukunft ist es allerdings erforderlich, die Hafeninfrastruktur weiter auszubauen, so der Geschäftsführer der Hafenentwicklungsgesellschaft bremenports, Robert Howe anlässlich der Landespressekonferenz zum Hafenjahr 2019. Howe: „In 2019 hat sich der Containerterminal Bremerhaven wieder von seiner besten Seite gezeigt. Die MSC-Containerschiffe der neuen Generation werden hier problemlos abgefertigt. Aber für die Produktivität des Hafens ist es zwingend erforderlich, mehr Wassertiefe zu schaffen. Die Vertiefung der Fahrrinne in der Außenweser ist ein absolutes Muss.“

Howe hob hervor, dass Bremerhaven mit dem Bau des Wesertunnels und der bevorstehenden Planung zum weiteren Ausbau der Hafeneisenbahn die Hinterlandanbindung weiter verbessern werde. „Die Leistungsstärken unserer Unternehmen, die Vielfalt unseres Angebots und die Verlässlichkeit der Infrastruktur sind nach wie vor beste Argumente für die bremischen Häfen. Aber darauf auszuruhen, wäre fatal.“

Howe verwies darauf, dass derzeit für die nächsten Jahre eine Reihe wichtiger Investitionsprojekte vorbereitet werden. Für den Neubau der Columbuskaje und der Nordmole am Fischereihafen seien die Planungen inzwischen weit fortgeschritten. Howe: „Die Columbuskaje wird für das Kreuzfahrtterminal verlässliche Bedingungen für die Zukunft schaffen. Der Neubau der Nordmole ist eine wesentliche Voraussetzung, den Fischereihafen in einem dann anstehenden längeren Prozess zu ertüchtigen und damit dieses wertvolle Hafen-, Industrie- und Gewerbegebiet für die Zukunft zu entwickeln. In allen diesen Fällen gilt: Hafenentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung gehen Hand in Hand.“ Zudem werden mit der Fertigstellung der Westkaje im kommenden Jahr neue Möglichkeiten für den Bremerhavener Werftbetrieb geschaffen.

Howe kündigte an, dass auch im Bremer Industriehafen in 2020 Verbesserungen der Infrastruktur geplant seien. Hier werde der Bau eines neuen Anlegers vorbereitet und die umfassende Sanierung der Oslebshauser Schleuse abgeschlossen.

Ein großes Thema des zu Ende gehenden Jahres war die Sanierung der Kaiserschleuse. Die Schleuse sei in den Sommermonaten umfassend saniert worden. Howe: „Unsere ersten Prüfungen der Ergebnisse sind positiv, so dass wir mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft gucken.“

Als zentrale Zukunftsaufgabe bezeichnet Howe das Thema Klimawandel. „Was in Europa für Mitte dieses Jahrhunderts geplant ist, wollen wir in den bremischen Häfen bereits in der ersten Hälfte des kommenden Jahrzehnts realisieren: Den klimaneutralen Hafen.“ Gemeinsam mit Siemens und in enger Abstimmung mit Eurogate und den anderen Terminalbetreibern finde derzeit eine detaillierte Analyse sämtlicher Energieverbräuche im Hafen statt. In einem zweiten Schritt wird dann geplant, mit welchen Investitionen schnellstmöglich die Umstellung auf regenerative Energiequellen erreicht werden könne. Howe: „Die Debatten, die derzeit auf Bundesebene und aktuell auch in Europa geführt werden, machen Hoffnung, dass sich dies auch in entsprechenden Förderprogrammen ausdrückt. Die Häfen können wichtiger Treiber beim Green Deal sein.“

Auch in Bremerhaven werde intensiv am Thema Landstrom für die Seeschifffahrt gearbeitet. Derzeit werde darüber verhandelt, wie mit mobilen Power Stations ein Landstromangebot im Überseehafen eingerichtet werden könne. Howe: „Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, hier in 2020 einen Meilenstein für die Landstromversorgung zu setzen.“

Auch für das Unternehmen bremenports sei das Jahr 2019 insgesamt erfreulich verlaufen. So liege der Umsatz deutlich über Plan und auch das Drittgeschäft sei weiter ausgebaut worden. „Damit können wir einen Beitrag zur Entlastung des städtischen Haushaltes leisten“, so Howe.

Für die nächsten Jahre sei es eine zentrale Herausforderung, die im Unternehmen freiwerdenden Stellen neu zu besetzen. Alleine im vergangenen Jahr mussten von den knapp 400 Stellen 46 Stellen neu besetzt werden. Dies werde sich in den kommenden Jahren in einer vergleichbaren Größenordnung fortsetzen.

Howe: „Vor diesem Hintergrund setzen wir sehr stark auf interne Fort- und Weiterbildungsprogramme, wir verstärken unsere Anstrengungen, bremenports als eigenständige Arbeitgebermarke zu profilieren, wir versuchen unsere Attraktivität als Arbeitgeber mit einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten zu erhöhen. Und wir haben unser Programm Beruf – Familie – Gesundheit fest im Unternehmen verankert. Gerade diese weichen Faktoren helfen, dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen.“

Holger Bruns Pressesprecher

0471 309 01-103

E-Mail schreiben