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Pressemitteilung Aktuelles rund um die Häfen

Klimawandel ist in den Häfen angekommen Veröffentlicht am 24. September 2021

9. Netzwerktreffen der Nordwesthäfen beschäftigt sich mit Klimaanpassung

Wie geht man mit den Auswirkungen des Klimawandels um? Diese Frage betrifft auch die Häfen. Deshalb hatten die Nordwesthäfen von Niedersachsen Ports und bremenports  zu ihrem neunten Netzwerktreffen eingeladen. Die Online-Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Schwerpunkt „Klimaanpassung im Spotlight der Häfen“.

Klimaänderungen, und damit Veränderungen der Luft- und Wassertemperatur, des Niederschlages, der Eisbedeckung, des Wasserstandes, der Windstärke, der Windrichtung oder des Seegangs, haben unmittelbaren Einfluss auf Seeschifffahrt und Seeschifffahrtsstraßen.

Zur Einführung und Begrüßung betont Robert Howe, Geschäftsführer von bremenports, dass Klimaschutz und Klimaanpassung auf der Tagesordnung der Hafenentwicklung ganz oben stehen. Mit dem Forschungsprojekt SHARC (Smart Harbour Application Renewable Integration Concept), welches einen CO2-neutralen Hafen als Ziel verfolge, habe bremenports gemeinsam mit Partnern für den Überseehafen eine wertvolle Grundlagenarbeit geleistet. Aber auch verschiedene Hochwasserschutzprojekte und die Mitwirkung am deutschen Forschungsprojekt “Nordwest 2050“, das sich mit Anpassungsstrategien an den Klimawandel auseinandersetzt, zählen zu aktuellen Themen.

Dr. Birger Tinz vom Deutschen Wetterdienst stellte Beobachtungen zum Klimawandel an der Modellregion ´Nordwestdeutsches Tiefland´ vor. Die Daten zum Temperaturanstieg, Sommer- und Frosttage, Niederschlägen, Stürmen  und Meereis geben deutliche Signale. Die Abnahme des Meereises sei jetzt schon drastisch und würde sich auch über 2050 hinaus so weiterentwickeln. Das Ausmaß des Abschmelzens der Eisschilde sei nicht vorhersehbar. In Bremen und Niedersachsen wiederum seien in Folge der Klimaveränderung zunehmend Starkniederschläge und Trockenphasen zu erwarten.

Lena Lankenau von bremenports stellteErgebnisse aus dem Projekt „Portklima“ vor, welches in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen Bildungsmodule zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt. Unter Beteiligung vielfältigster Anlagen und Akteure wird so ein Klimaanpassungskonzept für die bremischen Häfen entwickelt. Hierbei kommt der sogenannte PIANC (The World Association for Waterborne Transport Infrastructure) -Leitfaden zum Einsatz, der vier Stufen zur Entwicklung eines Klimaanpassungskonzeptes für Häfen enthält: Problemstellung und Zielsetzung definieren, Klimainformationen zusammenstellen, Verwundbarkeiten und Risiken aufzeigen und Anpassungspfade, -optionen entwickeln.

Mit der Umsetzung der Klimaanpassungsstrategie in Bremen und Bremerhaven beschäftigt sich Stefan Wittig von SKUMS (Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau).Dafür werden Klimananalysekarten (Geo-Net) zu Hitze, Starkregen, Sturm, Wind für Hamburg und Bremerhaven eingesetzt. Es existiert zudem ein ressortübergreifende Arbeitsgruppe zur Klimaanpassung.

Das Forschungsprojekt „BREsilient – Klimaresiliente Zukunftsstadt Bremen“  wird bis 05/2023 fortgeführt

Rainer Müller vom Institut für Seeschifffahrt und Logistik (ISL) informierte über das Projekt BREsilient I und II, welches sich thematisch mit den direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels auf die Logistik auseinandersetzt. Die Resilienz der Lieferketten soll gestärkt und Anpassungsmaßnahmen im Hafen, Bahn usw. in Factsheets erarbeitet werden.

Für Niedersachsen Ports hielt Janis Habdank einen Vortrag über das EU-INTERREG Projekt NON-STOP (New smart digital Operations Needed for a Sustainable Transition in Ports). Im Projekt wird ein zukunftsfähiges Wasser- und Sedimentmanagementsystem für den Emder Hafen entwickelt, welches sich u. a. mit der Hinterlandentwässerung befasst. Denn der Hafen könnte hier in Zukunft ein noch wichtigerer Akteur werden, indem ggf. noch mehr Wasser als bisher über den Hafen in die Ems abgeleitet wird. Doch ein vermehrter Zufluss von Süßwasser aus dem Hinterland kann Einflüsse auf die Hydroökologie des Hafens haben und somit die Hafenunterhaltung beeinflussen. Welche Effekte sind grundsätzlich zu erwarten? Welche Wassermengen müssten bewältigt werden? Zusätzlich erhobene Gewässerdaten sowie eine Verknüpfung und Visualisierung in einem digitalen Monitoringsystem werden künftig bei der Prozessüberwachung unterstützen.

Ansprechpartner für die Medien:

Holger Bruns
bremenports GmbH & Co. KG
Tel.: 0471 309 01-103
E-Mail: Holger.Bruns@bremenports.de