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Maritime Vielfalt

Vogelparadies dank Containerhafen

Dank CT 4 ist Bremerhaven für den Vogelschutz von internationaler Bedeutung

Im November herrscht auf der Luneplate besonders reges Treiben. Tausende Vögel nutzen das Gebiet am Beginn des Mündungstrichters der Weser auf dem Durchzug zu ihren Überwinterungsgebieten oder sie verbringen gleich den gesamten Winter hier. So wurden an einem einzigen Tag bis zu 13.100 Tiere auf den Grünlandflächen gezählt und bis zu 10.700 im Tidepolder. Die Luneplate ist inzwischen ein Paradies für Ornithologen und ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Hier, am Südende Bremerhavens gehen Hafenbau und eine nachhaltige Verbesserung der Natur Hand in Hand. Denn die Luneplate, einst eine intensiv genutzte Agrarlandschaft, verdankt diese außergewöhnliche Entwicklung dem Hafenbau, insbesondere dem Containerterminal 4.

Auf der Luneplate hat die Hafengesellschaft bremenports in den letzten Jahren umfangreiche Kompensationsmaßnahmen umgesetzt. Seit 2010 sind die Grünlandflächen im Binnendeichsbereich und die Bereiche um den ehemaligen Weser-Arm „Alte Weser“, seit 2012 auch der sogenannte Tidepolder, als Kompensationsflächen für Hafenbauprojekte fertig gestellt. Zusammen mit den vorgelagerten Außendeichs- und Wattflächen im Mündungstrichter der Weser bildet die Luneplate jetzt ein mehr als 1.000 Hektar großes Naturschutzgebiet.

Große Scharen von ziehenden und rastenden Wasser- und Watvögeln wechseln zwischen Tidepolder und Grünland oder rasten auf der Alten Weser. Internationale Bedeutung erreichen im Tidepolder die Zahlen des Säbelschnäblers mit bis zu 2.000 Tieren, mindestens nationale Bedeutung erreichen Krickente, Kampfläufer und Pfeifente. Auffällige und fast exotisch wirkende Arten sind die Löffler, die seit einigen Jahren auf der Luneplate Nahrung suchen und die Silberreiher, die hier regelmäßig zu beobachten sind. Ornithologen kommen auf ihre Kosten, wenn sehr seltene Arten wie der Sand-Strandläufer auftauchen.

Um das Naturschauspiel des Vogelzuges zu erleben, empfiehlt sich ein Besuch der Luneplate, zu Fuß oder am besten mit dem Rad. Besonders gute Möglichkeiten, das bunte Treiben zu beobachten, ergeben sich vom Vogelversteck nahe des Tidepolders und vom Beobachtungsturm bei der alten Hofstelle. Bei guter Sicht lassen sich von dort nicht nur die Vögel sehen, sondern auch die Ladekräne des Containerterminals.