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2021/4 | Maritime Wissenschaft

Von der Nordsee in den Orbit

Am 13. April 1970 ging in der NASA-Missions-Überwachungszentrale der berühmte Funkspruch „Houston, wir haben ein Problem!“ ein. Eine Aussage, die die German Offshore Spaceport Alliance (GOSA) gern in umgekehrter, positiver Form vermelden möchte, wenn sie ab 2023 kleine Trägerraketen von einem Spezialschiff auf der Nordsee abschießen wird – getreu dem Motto: „Bei uns gibt es keine Komplikationen.“

Schon in zwei Jahren könnte diese Animation Realität werden. Dann würden kleine Trägerraketen von einem Spezialschiff auf der Nordsee abgeschossen werden.

Bereits in zwei Jahren sollen die futuristisch anmutenden Pläne eines deutschen Weltraumbahnhofs in Bremerhaven Realität werden. Zu diesem Zweck haben sich die Reedereigruppe Harren & Partner, die OHB-Gruppe, MediaMobil und Tractebel DOC Offshore in Bremen zu einem Initialkonsortium zusammengeschlossen und Lampe & Schwartze sowie BLG LOGISTICS als strategische Partner mit ins Boot geholt. „Als GOSA wollen wir ein neues Kapitel in der deutschen und europäischen Raumfahrt aufschlagen und Microlauncher nicht vom Festland, sondern von einem Schiff aus starten lassen, um einen Überflug über bewohnte Gebiete zu vermeiden“, erläutert Sabine von der Recke, Sprecherin der GOSA. Noch liegen nach ihrer Aussage für das Zukunftsprojekt aber nicht alle Genehmigungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vor.

Dennoch haben die Planungen der GOSA-Partner bereits sehr konkrete Konturen angenommen. So soll auf einem Gelände der ABC-Halbinsel in Bremerhaven eine sogenannte Integrationshalle entstehen, in der die kleinen Trägerraketen zusammengesetzt und bestückt werden. „Wir arbeiten derzeit mit verschiedenen Herstellern von Microlaunchern zusammen, auch den drei deutschen Unternehmen HyImpulse, Rocket Factory und Isar Aerospace. Sie werden unterschiedliche Raketen in einer Größe von bis zu 30 Metern bauen, die Satelliten mit einem Gewicht zwischen 400 und 1.200 Kilogramm aufnehmen können, die dann in bis zu 700 Kilometern Höhe in den erdnahen Orbit geschossen werden“, umreißt Dr. Andreas Stamminger, Projektleiter der GOSA, die wenigen Fakten, über die er zum gegenwärtigen Zeitpunkt offiziell kommunizieren darf.

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(Autorin: Thorsten Breuer)

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