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2021/3 | Zwei Städte – ein Hafen

Wie Hacker aus unseren Häfen ausgesperrt bleiben!

Immer wieder liest man in den Schlagzeilen von Datenklau über Schadsoftware, die ganze Industriezweige lahm legen, bis hin zu digitalen Erpressungen in Millionenhöhe oder gar politischen Machtspielen auf einer Ebene, die für uns Otto Normalverbraucher kaum greifbar ist. Fakt ist leider, dass Cyberattacken ganze Existenzen gefährden können – auch die unserer Häfen.

Welchen Stellenwert die Cybersecurity heute auch für die bremischen Häfen hat, erklärt uns Jan Schirrmacher, Port Cyber Security Officer für die bremischen Häfen: „Die Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten von Cyberangriffen haben in den letzten fünf Jahren massiv zugenommen. Spätestens seit dem Maersk-Vorfall 2018 mit einem Schaden von rund 300 Millionen Dollar wurde dies auch von der maritimen Wirtschaft wahrgenommen. Seit einigen Jahren zählen Cyberangriffe zu den Top 3-Gefährdungen weltweit. Ohne eine funktionierende IT können wesentliche Prozesse im Hafen schlichtweg gar nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt funktionieren.“

Jan Schirrmacher ist seit zwei Jahren der erste Port Cyber Security Officer für die bremischen Häfen. Das heißt, er hat in seiner Funktion den Auftrag, das Themenfeld der Cybersecurity für den Gesamthafen zu bearbeiten. Hierbei geht auch um die vielen großen und kleinen Unternehmen, die sich aufgrund der stetig zunehmenden Digitalisierung immer mehr miteinander vernetzen.

Wie die derzeitige Sicherheitslage in den Häfen ist und was dies für den Standort bedeutet, hat Schirrmacher gerade im Rahmen eines Lageberichts, gemeinsam mit dem DLR Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen, erfasst. „Mit dem Lagebild, das wir in den letzten zwölf Monaten erarbeitet haben, gibt es jetzt erstmals eine sehr gute Grundlage für die weitere Arbeit. Hierfür haben wir die im Hafen ansässigen Unternehmen interviewt, um den Cybersecurity-Reifegrad zu ermitteln.“ erklärt Schirrmacher.

Und wie ist die derzeitige Lage in den bremischen Häfen? „Der Cybersecurity-Reifegrad in den bremischen Häfen ist sehr divers. Es gibt Unternehmen, die bereits sehr gut aufgestellt sind, es gibt aber auch Unternehmen, die noch ein wenig Verbesserungspotential haben. Aufgrund der hohen Funktionsabhängigkeit und der immer fortschreitenden Vernetzung ist es allerdings wichtig, dass hierbei alle Unternehmen an einem Strang ziehen.

Aus dem IST-Zustand ergeben sich Empfehlungen für kurzfristige und langfristige Schritte. Der Grundtenor aller abgeleiteten Maßnahmen ist die Kooperation“, so Schirrmacher. „Gemeinsam können wir auch komplexe Sachverhalte sinnvoll bearbeiten und Lösungen erarbeiten. Es macht schlichtweg wenig Sinn, wenn jedes Unternehmen versucht, das Rad immer wieder neu zu erfinden. Dies gilt insbesondere – wenn auch nicht ausschließlich – für die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Für die Unternehmen ist die Kooperation vollkommen freiwillig. Sie können die angebotenen Kooperationsmöglichkeiten und -services nutzen und sich so hoffentlich besser gegen die immer ausgefeilteren Bedrohungen und Gefährdungen wappnen. Letztlich können wir so nur alle davon profitieren.“

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