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Zwei Mammutaufgaben an einem Tag

In Bremen und Bremerhaven wurden Schleusentore ausgedockt und verholt

Die Reservetore der Oslebshauser Schleuse und der Kaiserschleuse sind Mitte September innerhals eines Tages wohlbehandelt aus einem Werftaufenthalt an ihren Bestimmungsort zurückgeschleppt worden.

Bremen: Flußaufwärts von Berne nach Oslebshausen
Los ging es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Kurz nach Mitternacht wurde das Reservetor der Oslebshauser Schleuse bei der Fassmer Werft in Berne ausgedockt. Dafür kam das Tor an den Schwimmkran ENAK, der bis zu 600 Tonnen tragen kann. Nachdem das Tor am Haken war, wurde die Liftplatte, auf der das Tor während der Arbeiten stand, innerhalb von zwei Stunden abgesenkt. Anschließend mussten die Kollegen auf Hochwasser warten. Sobald genug Wasser unter dem Tor war, ging es zwei Stunden flussaufwärts Richtung Oslebshausen. Dort wurde das Schleusentor auf den Reserveplatz angeschlagen.

Während der Dockzeit wurden am Tor verschiedene Instandsetzungsarbeiten geleistet. Außerdem wurden für den Hochwasserschutz die Stauwand erhöht und die technischen Anlagen entsprechend aus dem „neuen“ Hochwasserbereich entfernt und überflutungssicher verbaut. Zudem hat das Tor der Oslebshauser Schleuse eine neue Tankmessanlage für die Ballastwassertanks bekommen.

Damit sind die Sanierungsarbeiten, an den drei etwa 40 Jahre alten Schleusentoren der Oslebshauser Schleuse abgeschlossen. Die Maßnahme für das Tor 3 hat knapp sieben Monate gedauert und hat ca. 4,2 Mio. gekostet.

Insgesamt wurden von 2017 bis 2020 drei separate Baumaßnahmen für die Instandsetzung und die Anpassung an die Hochwasserschutzlinie durch die Hafengesellschaft bremenports durchgeführt: Die Kosten für die bereits abgeschlossenen Vorhaben beliefen sich für das Betriebstor am Außenhaupt auf 3,5 Mio. und für das Betriebstor am Binnenhaupt 4,1 Mio. Euro.

Damit sind die Modernisierungsarbeiten an der Schleuse im Bremer Westen noch nicht abgeschlossen. So werden in naher Zukunft neue Schaltanlagen mit moderner Steuerungstechnik installiert. In Bremen entsteht somit ein moderner Schleusenfahrstand mit Prozessleittechnik, welche die Steuerung der Schleuse, aber auch des Hafenpumpwerks übernimmt.

Bremerhaven: Mit genug Was­ser unterm Kiel über den Drempel auf den Liegeplatz
Am frühen Freitagvormittag wurde das Tor zwei der Kaiserschleuse aus dem Kaiserdock 1 der Lloyd-Werft ausgedockt und verholt. Es wird zukünftig das Reservetor für die Kaiserschleuse Bremerhaven sein. Voraussetzung für das Manöver war es, ausreichend Wasser unterm Kiel zu haben, denn das Tor musste über den Drempel des Docks ausgespült werden. Für diesen Zweck war eigens der Wasserstand im abgeschleusten Bereich des Hafens erhöht worden. Zudem durfte der Wind nicht über vier Knoten stark sein. Nachdem diese Voraussetzungen erfüllt waren, konnte der Stahlkoloss den kurzen Weg von der Schleuse zum Reserveliegeplatz zurücklegen.

In den vergangenen Jahren hat es für die Kaiserschleuse Bremerhaven bereits verschiedene Maßnahmen gegeben, um ein Zerfahren des Rad-Schienen-System in Zukunft zu verhindern. So wurden ein neues Schienensystem und ein neues Tankmesssystem eingebaut und die Kabelwege und das Lastmesssystem optimiert.

Mit Abschluss der Sanierung des Reservetors am Freitag, wurde bereits das zweite Tor umgebaut, um es auf das neue Design der Schleuse anzupassen. Im Jahr 2021 findet dann der Wechsel des derzeitigen Binnenhauptes statt. Die Kosten für die Arbeiten an dem verholten Tor belaufen sich auf ca. 1.8 Mio. Euro.